BLONDIE - Tagebuch einer Vampirin

9. Februar 2026

Blondie

BLONDIE - Tagebuch einer Vampirin

17 Jahre lang hatte die New Yorker Punk-Wave-Pop-Rock-Band, die in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern Hit an Hit reihte und zum Szene-Liebling avancierte, nichts von sich hören lassen. Doch dann gelingt Blondie 1999 ein unerwartet großes Comeback mit dem Album „No Exit“ und insbesondere der Single „Maria“. Nun veröffentlichen Debbie Harry (80) und Chris Stein (76) das Werk erneut und bereiten sich parallel auf das neue Studioalbum vor, das im Frühling folgen soll.

„Schön fände ich es“, sagt Debbie Harry, „wenn die Leute dem Album ein bisschen mehr Aufmerksamkeit entgegenbringen könnten. ‚Maria‘ war ein Riesenhit, aber die anderen Songs hat kaum jemand mitbekommen. Als Blondie-Fan würde ich mir dieses überaus hübsche Paket aus einem Album und zusätzlichen Leckerbissen wie verschiedenen Bonusstücken definitiv gönnen.“ Zunächst einmal sehe sie sehr schön aus, die Deluxe-Wiederveröffentlichung von „No Exit“, jenem Album, mit dem Blondie kurz vor der Jahrtausendwende plötzlich wieder da waren. „Ich meine, seien wir ehrlich, es ist ein Sammlerstück. Aber man weiß nie, vielleicht findet ja der eine oder andere neue Fan dadurch seinen Weg zu uns.“ Sie erlebe das häufig, wenn sie Taxi fahre und dem Fahrer von ihrer Band erzähle. „‚Blondie‘ ist oft zunächst mal kein Begriff ist. Aber wenn ich dann ‚Heart Of Glass‘, ‚The Tide Is High‘ oder ‚Call Me‘ anstimme, dann folgt fast immer ein großes Erwachen.“

Harry ist per Video aus ihrem New Yorker Heim zugeschaltet, im Hintergrund sieht man viel Grün. Auch ihr Kollege Chris Stein ist dabei. Die zwei kennen sich seit 1973, waren in den frühen Jahren von Blondie ein Paar, speziell Debbie, ein ehemaliges Playboy-Bunny, verkörperte die verruchte Coolness des Manhattans der wilden Jahre rund um den berühmten Club CBGB damals wie kaum eine andere Künstlerin. Man war befreundet mit Leuten wie Andy Warhol, feierte rauschende Feste, das Leben und außerdem weltweite Charterfolge. Später nahm der Drogenkonsum zeitweise Überhand, man driftete auseinander, Stein erkrankte schwer, und Harry pflegte ihn, obschon nicht mehr seine Partnerin, gesund. Nebenbei gelang ihr eine solide Solokarriere als Sängerin („French Kissin“) und Schauspielerin („Hairspray“). „Wir blieben immerhin bis 1987 zusammen“, sagt Stein. „Wir haben natürlich auch üble geschäftliche Fehler gemacht, aber trotz aller Hindernisse und Rückschläge sind Debbie und ich immer eine Einheit geblieben – bis heute.“

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