Pflanzen und Musik: Diese Verbindung faszinierte Künstler schon in den 70er Jahren, jener Zeit, die heute als goldene Ära der Rockmusik gilt. Wie schon einige berühmte Musiker vor ihr, von Holger Czukay bis Stevie Wonder, hat auch die 1980 geborene Filmkomponistin, Songschreiberin und Klangkünstlerin Cassis B Staudt Pflanzen als Schöpferinnen magischer Töne entdeckt.
1973 erschien das Buch „The Secret Life Of Plants“ von Peter Tompkins und Christopher Bird, in dem behauptet wurde, Pflanzen hätten wie Menschen Gefühle und könnten akustische Signale wahrnehmen. Es erzeugte einen Hype, der bis in die Musikszene reichte. Den Soundtrack zum gleichnamigen Dokumentarfilm schuf Stevie Wonder 1979. Das Album „Journey Through ‚The Secret Life Of Plants‘“ erreichte immerhin Platz 4 der US-Billboard-Charts. Auch das vom Synthesizer-Experten Morte Garson bereits 1976 veröffentlichte Album „Mother Earth’s Plantasia“ erlebte eine erstaunliche Resonanz. Dabei wurde es ursprünglich hauptsächlich Kunden des Geschäfts Mother Earth in Los Angeles beim Kauf von Topfpflanzen als Extra mitgegeben, weil seine Musik das Wachstum von Pflanzen anregen sollte. Ob es auch im Plattenschrank von Can-Mitgründer Holger Czukay landete, ist nicht bekannt, dafür aber, dass der legendäre Klang-Experimentator stark an die Ausdruckskraft der Pflanzen glaubte.
Nachdem er die Band 1977 verlassen hatte und für ein Jahr in ein buddhistisches Kloster in Thailand gegangen war, soll er sich intensiv mit der telepathischen Kommunikation mit Pflanzen befasst haben. Sein Interesse für die Pflanze-Mensch-Beziehung dürfte seiner künstlerischen Kreativität durchaus zuträglich gewesen sein. Auch die Filmkomponistin und Songschreiberin Cassis B Staudt hat vor einiger Zeit Pflanzen als künstlerische Subjekte entdeckt. Dies geschah in Amerika, wo die Deutsche 24 Jahre lang lebte und unter anderem den Soundtrack zum 2004 für einen Oscar nominierten Dokumentarfilm „Ferry Tales“ schrieb. Anfang der 90er, direkt nach ihrem Musikstudium, war die am Fuße der Schwäbischen Alb aufgewachsene Staudt in die USA gegangen, um für Regisseur Jim Jarmusch und andere Künstler zu arbeiten. Weil die Amerikaner Mühe hatten, ihren Vornamen Birgit auszusprechen, änderte sie ihn in Cassis (was auf Französisch „Schwarze Johannisbeere“ heißt).