Auf ihrem neuen Album bewegen sich DISCIPLINE mehr denn je in jazzigen Gefilden

1. Oktober 2025

Discipline

Auf ihrem neuen Album bewegen sich DISCIPLINE mehr denn je in jazzigen Gefilden

Nach einer sehr langen Anlaufphase mitsamt Promotern, die gern selbst interviewt werden wollten, und fehlgeleiteten Gesprächsterminen bezog Sänger und Keyboarder Matthew Parmenter endlich Stellung zum neuen Album – und tat dies dann so ausführlich, dass locker eine Titelstory drin gewesen wäre …

eclipsed: Discipline gibt es seit über 30 Jahren. Als ihr angefangen habt, war progressive Musik in der öffentlichen Wertschätzung auf einem Tiefpunkt angelangt. Wie erinnert ihr diese Zeit?

Matthew Parmenter: Seit knapp 40 Jahren! Unser erster Song „Peacemaker“, geschrieben 1987, war eine Suite, die hauptsächlich aus mehreren Ostinato-Passagen auf der Akustikgitarre bestand, die ich spielen konnte, um mich mit dem Leadgitarristen Jon Preston Bouda zu duellieren. Er hatte den obligatorischen 7/8-Takt, mit meinen unsicheren Vocals, die zudem nicht ganz richtig intoniert waren. Damals dachten wir, es sei eine Ablehnung des Status quo. Von da an entwickelte es sich langsam, 1993 kam dann unsere erste CD „Push & Profit“, die sich auch in Europa verkaufte. Wir lernten artverwandte Bands wie Echolyn und Anekdoten kennen, mit denen wir dann Gigs spielten, so kam es langsam ins Rollen.

eclipsed: Ihr habt euch nach der 80er-Inkarnation von King Crimson benannt. Ein großer Einfluss?

Parmenter: Ich hörte King Crimson zum ersten Mal 1981, als sie „Elephant Talk“ in einer amerikanischen TV-Show spielten. Ich war jung, und es klang in meinen Augen sehr seltsam. Aber seltsam oder nicht, ich summte wochenlang diesen Gitarren-Groove vor mich hin, sparte schließlich genug Geld und ging zum Plattenladen, um mir die LP „Discipline“ zu kaufen. Als ich sie meinem älteren Bruder als diese interessante neue New-Wave-Band namens King Crimson vorstellte, sagte er: „New Wave?“ Und spielte mir „Larks’ Tongues In Aspic“ und „Starless“ vor. Seltsamerweise hat sich noch nie jemand beschwert, dass wir den Namen übernommen haben. Obwohl viele Kritiker anfangs davon ausgingen, dass wir ein King-Crimson-Klon wären …

eclipsed: Würdest du sagen, dass „Breadcrumbs“ wieder den klassischen Discipline-Stil transportiert?

Parmenter: Es mag stilistische Tendenzen geben, die ich beim Schreiben übernehme oder in die ich immer wieder zurückfalle und die auf diesem Album wie auf früheren Platten vorkommen. Dinge wie Pedaltöne mit wechselnden Akkorden darüber oder Chromatik in Harmonien oder Melodielinien. Unsere Tendenz, die Melodie mehr zu würdigen als die Akkordstruktur, ist immer noch vorhanden. An einigen Stellen gibt es jedoch interessante Polyrhythmen, die für uns in dieser Form neu sind. Und es gibt einen versteckten Puls, der das gesamte Album untermalt.

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