MIDLAKE ergründen Existenzielles und bauen Brücken

28. November 2025

Midlake

MIDLAKE ergründen Existenzielles und bauen Brücken

Es gibt ein Leben nach dem Tod. Als Frontmann Tim Smith einst Midlake verließ, hatte man die Band bereits abgeschrieben. Aber statt sie aufzugeben, trat Gitarrist Eric Pulido an dessen Stelle und führte sie vom psychedelischen Folk zu neuen – rockigeren – Ufern. Jetzt erscheint mit „A Bridge To Far“ ein neues Album der Texaner.

Als wir Pulido erreichen, sitzt er am Tresen der Paschall Bar. Die Kneipe in Denton, Texas, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Fast erwartet man, Sheriffs, Cowboys und Cherokees an seiner Seite zu sehen. Aber die Tage des Wilden Westens sind längst vorbei. Trotzdem bemühen sich Pulido und seine Bandkollegen darum, das historische Flair der Bar zu bewahren, die sie vor einigen Jahren gekauft haben. Eine Philosophie, die auch zur Musik des Sextetts passt, zum rustikalen Folk, der sich einer verspielten Authentizität hingibt. „Wir singen nicht von Handys und solchen Dingen“, sagt Pulido.

„Wenn ich Songs schreibe, dann versuche ich, in ihnen etwas Zeitloses einzufangen.“ Tim, fügt er hinzu, sei ein Meister darin gewesen. Er spricht von Tim Smith, dem ehemaligen Sänger von Midlake, der die Band 2012 im Streit verließ. Smith war es, der den verwunschenen Folk der Band auf dem 2006 erschienenen „The Trials Of Van Occupanther“ perfektionierte. Er war es aber auch, der das mutige, taumelnde „Antiphon“, Midlakes erstes Album nach seinem Ausstieg, als Mist bezeichnete. Obwohl seit Smiths Ausstieg 13 Jahre vergangen sind, werden Midlake bis heute an ihrer Zeit mit ihm gemessen, an der Zeit ihres Durchbruchs. War es also eine bewusste Entscheidung, dass „A Bridge To Far“ auf die akustischen Anfänge der Band zurückgreift? Pulido lacht. „Gute Frage. Diese sanfte, lässige Aura erinnert schon sehr an unsere ersten Alben.“ 

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