THE PRETTY THINGS „Wir sind nicht Verdi“

3. September 2018

The Pretty Things

THE PRETTY THINGS „Wir sind nicht Verdi“

Gesundheitliche Gründe zwingen Sänger Phil May, erheblich kürzerzutreten, wie Gitarrist Dick Taylor im Gespräch mit eclipsed erläutert. Er selbst denke indes nicht daran, in Rente zu gehen. Dennoch ist der letzte Akt der Band, die von May und Taylor 1963 gegründet wurde, in greifbarer Nähe. Und auch wieder nicht: Der fünfundsiebzigjährige Taylor, der vor Urzeiten für einen Augenblick den Bass der Stones zupfte, will die eigene ruhmreiche Formation unbedingt in irgendeiner Form am Leben erhalten.

eclipsed: Eine Welt ohne Konzerte der Pretty Things ist schwer vorstellbar. Warum hast du dich entschieden, das Ende der Band gerade jetzt einzuläuten?

Dick Taylor: Ich habe das überhaupt nicht entschieden. Es steht nicht gut um Phils Gesundheit, er leidet an einer chronischen Lungenkrankheit. Dies ist zu einem Problem auf unseren Tourneen geworden. Das ist eine knifflige Situation, und die Pretty Things werden nach dem Auftritt im Indigo sicherlich Schluss machen mit dem intensiven Touren. Aber ich würde das nicht als das Ende der Pretty Things bezeichnen. Ich werde weitermachen, Phil wird weiterhin singen mit mir, vielleicht machen wir irgendwelche akustischen Sachen.

eclipsed: Euer „Final Bow“ präsentiert illustre Gäste wie David Gilmour, Van Morrison oder den Schauspieler Bill Nighy. Ist das ein Hinweis darauf, dass Ihr „S.F. Sorrow“ noch einmal komplett spielt?

Taylor: Nein, wir werden es definitiv nicht komplett aufführen. Wir haben es gerade erst auf der Isle of Wight gemacht. Bei dieser Show würde es keinen Sinn machen, aber wir werden schon einen ordentlichen Ausschnitt aus dem Album präsentieren. Bill Nighy wird das Konzert moderieren.

eclipsed: Wie kam es überhaupt zu „S.F. Sorrow“? Wer hatte die Idee zu dem Album, das vielen als erste Rockoper gilt?

Taylor: Als wir zu EMI gewechselt waren, nahmen wir zunächst einige Singles auf und waren bereit, die Arbeit an einem Album zu beginnen. Ich bin ziemlich sicher, dass wir zuerst „Bracelets Of Fingers“ einspielten, das der zweite Titel auf der LP wurde. Wir sprachen dann darüber, dass wir ein gemeinsames Thema suchen sollten, und Phil begann, eine Geschichte zu schreiben. Soweit ich mich erinnere, entstanden Story und Songs gleichzeitig, also nebeneinander.

The Pretty Things - S.F. Sorrow (Live at Abbey Road 1998)

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