Wenn das Leben in Scherben liegt, hat man im Grunde nur zwei Optionen: entweder daran verzweifeln oder alles zusammenkehren, neu zusammensetzen und von vorn beginnen. Die Japaner haben daraus eine Kunstform gemacht: Kintsugi – Josh Homme ein bemerkenswertes neues Album: „Perfecth“. Dahinter verbirgt sich musikalische Katharsis – und einiges mehr.
Dafür, dass er die heftigste Zeit seines Lebens durchgemacht habe, wirkt Josh Homme überraschend frisch und aufgeräumt: ein Baum von einem Kerl, mit modischem Kurzhaarschnitt, gepflegtem Dreitagebart, kehligem Lachen und einer Redseligkeit, die – für seine Verhältnisse – bemerkenswert ist. Aber schließlich hat er ein Album gemacht, auf dem er sich regelrecht selbst therapiert: Die neun Stücke von „Perfecth“, dem neunten Œuvre der Queens, verarbeiten seine gescheiterte Ehe mit Distillers-Frontfrau Brody Dalle, den Tod seines Vaters sowie enger Freunde wie Mark Lanegan, aber auch seine Krebserkrankung, die einen glimpflichen Verlauf genommen hat. Alles Dinge, die bei dem 53-Jährigen tiefe Spuren hinterlassen haben – und ein Ventil brauchten: „Ich habe erlebt, was jeder irgendwann durchmacht: Todesfälle, üble Verletzungen und viel Herzschmerz – geballt und in ganz kurzen Zeitabständen. Es waren 8 Todesfälle in 18 Monaten – und das Ende meines alten Lebens. Das ist selbst so einem sturen Bock wie mir nahegegangen. Und die Botschaft war offensichtlich: „Du musst Dinge gehen lassen können – weil das die Chance zu einem Neuanfang ist.“