RIVERSIDE - Wenn Druck auf Euphorie trifft

11. Dezember 2025

Riverside

RIVERSIDE - Wenn Druck auf Euphorie trifft

Unter den vielen sehr guten Alben der polnischen Prog-Band Riverside wird das vor 20 Jahren erschienene „Second Life Syndrome“ oft als ihr bislang bestes bezeichnet. Dabei stand sie vor der Veröffentlichung gehörig unter Druck. Sich als gut erweisende Entscheidungen, ein Plattendeal und ein klein wenig auch ihr Auftritt beim 8. eclipsed Festival in Aschaffenburg sorgten aber dafür, dass Riverside den richtigen Weg einschlugen und ihr atmosphärischer Mix aus Artrock und härterem Prog durch die Decke ging. Wir zeichnen die Entstehungsgeschichte des Meisterwerks nach.

2003 hatten Riverside mit ihrem Debütalbum „Out Of Myself“ offenbar einen Nerv getroffen: Die Resonanz darauf übertraf alle Erwartungen. Polnische Kritiker feierten Brillanz und Vielseitigkeit der 2001 von Piotr Kozieradzki (Drums) und Piotr Grudziński (Gitarre) gegründeten Band, die sie stilistisch irgendwo zwischen Pink Floyd und Porcupine Tree verorteten. Da Keyboarder Jacek Melnicki Riverside schon unmittelbar nach der Veröffentlichung wieder verließ, war es nicht möglich, die Platte direkt im Anschluss daran auf einer Tour zu präsentieren, doch mit Michał Łapaj fand man schnell guten Ersatz: Er fügte sich nahtlos ein, sodass bereits Anfang März 2004 erste Konzerte stattfinden konnten. Die Gigs in Warschau und Breslau waren ein voller Erfolg, und auch auf der zweiten Etappe der „Progressive Tour“, die sie durch alle größeren Städte des Landes führte, wurde die Band gefeiert. In der Folge galten Riverside als neuer aufgehender Stern am Artrock-Himmel – freilich zunächst nur dem polnischen, bis „Out Of Myself“ im September 2004 weltweit veröffentlicht wurde. Angesichts weiterer sehr guter Kritiken folgte im Frühjahr 2005 eine kleine Tour durch die Niederlande, Belgien, Frankreich, die Schweiz und Deutschland. Bereits davor ging es erneut ins Studio. Der ursprüngliche Plan, schnell ein zweites Album nachzulegen, wurde dann aber verworfen, da die Band mehr Zeit brauchte, um genügend neue Songs zu schreiben. Stattdessen veröffentlichte sie das im Januar und Februar eingespielte Material auf der EP „Voices In My Head“, um die Wartezeit bis zum nächsten Album etwas zu verkürzen.

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