THE SHEEPDOGS - Die Allman Brothers aus dem Norden

24. April 2026

The Sheepdogs

THE SHEEPDOGS - Die Allman Brothers aus dem Norden

2025 war ein ganz besonderes Jahr für die Band um Frontmann Ewan Currie. Sie bespielte als Support von Bryan Adams Stadien in Kanada, gründete ihr eigenes Label und stellte ihren neuen Tonträger „Keep Out Of The Storm“ fertig. Obwohl sie in ihrem Heimatland längst keine Unbekannten mehr sind, bereits Gold und Platin für ihre Plattenverkäufe einheimsten, war die Stadiontour mit dem Weltstar doch noch eine andere Dimension.

eclipsed: Wie war es, mit Bryan Adams durch euer Heimatland zu touren und in großen Stadien zu spielen?

Ewan Currie: Ich bin mit der Musik von Bryan Adams aufgewachsen. Du kannst in keinen Supermarkt in Kanada gehen, ohne ihn zu hören. Er wird überall gespielt. Und ja auch weltweit in den Radios. Er liebt Rock’n’Roll, Gitarren-Rock – zum Beispiel auch Free und Humble Pie wie wir. So wurde er wohl auch auf uns aufmerksam. Bryan ist ein ganz normaler kanadischer Typ. Backstage haben wir uns viel über Gitarren und Rockmusik unterhalten. Er ist wirklich sehr umgänglich. Was die Menschenmengen im Stadion angeht, so haben wir das ja in ähnlicher Form bereits erlebt. Es ist aber schon ein Trip und fühlt sich surreal an. Jedenfalls ist es so, dass wir die Leute unbedingt für uns gewinnen wollen, auch wenn sie uns vielleicht nicht kennen oder sie für den Haupt-Act da sind. Und das haben wir geschafft.

eclipsed: Wie sahen die Arbeiten am neuen Album aus? Euer alter Drummer war ja bereits nicht mehr an Bord.

Currie: Ja, Sam Corbett, der von Anfang an dabei war, hat aufgehört. Wir fragten uns: Wie machen wir das nun? Und kamen auf die Idee, verschiedene Drummer auszuprobieren, unterschiedliche Stile, passend zu den unterschiedlichen Songs. Ein Track hat vielleicht eher Country- oder Folk-Charakter, einer verlangt nach Hardrock, ein anderer ist eher sanft, manches hat mehr Groove und ist funkiger. So versuchten wir, zu jedem Track den passenden Schlagzeuger zu finden und ihn mit einem besonderen Groove zu versehen. Das war auch eine gute Gelegenheit, um zu überlegen, wen wir schließlich mit auf Tour nehmen. Außerdem ist es so, dass sich Beziehungen und Angewohnheiten verfestigen, wenn man als Band lange zusammen spielt, und es dann ganz gut ist, wenn jemand Neues frischen Wind reinbringt. Da präsentieren sich alle von ihrer besten Seite. So war es ja zum Beispiel bei den Beatles, als sie  Billy Preston reinbrachten. Da verstanden sich alle wieder. Seit letztem Herbst ist nun Trevor Falls unser neuer Drummer. Er spielte auch bereits einige Gigs der Bryan-Adams-Tour, hat einen tollen Groove und ist ein sehr dynamischer Drummer. 

eclipsed: Was hat dich bzw. euch bei der Entstehung des Albums beeinflusst?

Currie: Mich auf jeden Fall die Allman Brothers. Ich liebe ihr Blues-Feeling. Wir nutzen oft und gern Twin-Gitarren wie Thin Lizzy. Auch die Steve Miller Band würde ich als Einfluss nennen. Und The Band, wegen des Gesangs. Bei uns singt auch jedes Bandmitglied mit. Und die Beatles, für mich persönlich die großartigste Band aller Zeiten. Ferner jede Band, die einen guten Groove hat, wie etwa AC/DC. Tom Petty. Ich höre viele unterschiedliche Sachen, wie man auch an meiner umfangreichen Plattensammlung erkennen kann. Bei mir sammeln sich diese ganzen Einflüsse und vermengen sich irgendwie in meinem Kopf. Als wir anfingen, hörten wir viel alten Rock wie Led Zeppelin, The Rolling Stones, The Kinks. Wir mögen aber auch J.J. Cale, Ry Cooder, Bonnie Raitt. 

eclipsed: Wie wichtig ist das Jammen für euch und wie wichtig, live zu spielen?

Currie: Wir jammen viel, haben oft einen Improvisations-Ansatz. Live zu spielen war immer schon essenziell – so haben wir auch unsere Zuhörer gewonnen, unsere Fans angesammelt. Gerade in unserer hochtechnisierten Welt und in Zeiten von AI kommt unsere Musik gut an; so kann man sich von anderen unterscheiden. Wenn man aufnimmt, kann man immer noch was vortäuschen oder geradebiegen, aber wenn man live spielt, kann man nichts faken. Das mögen viele Menschen. Sie wollen uns live hören. Wir nehmen auch unter Live-Bedingungen auf. Ich finde es einfacher, wenn alle zusammen in einem Raum sitzen und die Aufnahme beginnt. Es ist natürlicher, und es funktioniert für uns. 

The Sheepdogs - Keep Out of the Storm

Das komplette XXL-Interview ist Teil unseres Online-Abos: www.eclipsed.de/abo

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