David Eugene Edwards kann weder das Meer teilen noch über Wasser laufen oder es in Wein verwandeln. Und doch kennen wir ihn schon von seinen Bands 16 Horsepower und Woven Hand als grimmigen Propheten, der sich auf uralte Legenden beruft, um der Menschheit von der Höhe seines Berges aus die Leviten zu lesen. Auf seinem neuen Album „Mercurial Silence“ tritt er solo an, doch das macht überhaupt keinen Unterschied, denn im Mittelpunkt steht einmal mehr die emphatische Stimme des großen Mahners.
Es ist immer dieselbe mythische Landschaft, in der sich seine archaischen Figuren tummeln und den Finger in die Wunden der Gegenwart legen: „Ich begebe mich stets an den mir fernsten Ort dieses Landstrichs“, führt Edwards aus. „Ich muss nach diesen Figuren nicht suchen. Das ist einfach die Art, wie ich die Welt sehe. Ich fühle mich oft als Außenstehender und reflektiere die Dinge, die mich interessieren und auf unterschiedliche Weise berühren. Da kommen Mythologie, Philosophie, Kultur und Künste jeglicher Couleur zusammen...“