Seit den Mittachtzigern haben sie sich rar gemacht. Doch jetzt, neun Jahre nach ihrem letzten Tonträger, melden sich Squeeze mit einem Paukenschlag zurück: „Trixies“ ist ein Konzeptalbum über einen fiktiven Nachtclub in Soho – mit allem, was dazugehört. Ein faszinierender, aber gefährlicher Mikrokosmos, den die Herren Difford und Tilbrook schon 1973 erträumten, aber erst nun richtig zum Leben erweckten.
Wer in den frühen 80ern musikalisch sozialisiert wurde, für den sind Squeeze keine Unbekannten: Die Band aus dem Südosten Londons hatte schließlich Hits wie „Cool For Cats“, „Up The Junction“ oder „Labelled With Love“, brachte mit Jools Holland und Paul Carrack zwei begnadete Keyboarder (und eine spätere TV-Persönlichkeit) hervor, gab den Co-Headliner beim Essener Rockpalast (im Oktober 1985) und genoss das Image der urenglischsten aller Bands - seit den Kinks. Squeeze stehen für illustre Vorgruppen wie U2, Dire Straits, R.E.M., The Jam oder XTC, besitzen mit Difford/Tilbrook das vielleicht beste Songwriter-Duo seit Lennon/McCartney und prägen mit ihrem innovativen Stilmix aus New Wave und 60s Pop ganze Heerscharen von Bands.
Gleichzeitig sind da drei Probleme, die eine echte Weltkarriere verhindert haben: eine Musikindustrie, die wenig Verständnis für eine Band hat, die eher auf Kunst statt Kommerz steht – und Squeeze nie wirklich unterstützt hat. Hinzu kommen Glenn Tilbrooks langwierige Drogenprobleme, die sich u. a. in exzessiven Nächten mit Lemmy von Motörhead manifestierten („Wir haben sechs Stunden Space Invaders gespielt, weil wir so high waren“). Und dann wäre da noch die Flugangst von Gitarrist/Sänger Chris Difford, die internationale Tourneen lange unmöglich gemacht hat. „Er wollte nicht reisen. Also haben wir nur im UK gespielt“, so Glenn Tilbrook.