29. Grolsch Blues Festival in Schöppingen

Fans und Freunde des Grolsch Blues Festivals haben in diesem Jahr ordentlich Grund zum Feiern: Nach zweijähriger Zwangspause kehrt eines der spannendsten Bluesevents Europas in das münsterländische Schöppingen zurück. Das dreitägige Live-Musik-Festival mit 15 Bands findet traditionsgemäß am Pfingstwochenende (03. - 05. Juni) auf dem Freigelände am Vechtebad statt.

Auf der Bühne des ursprünglich eher kleinen, aber mittlerweile international renommierten Bluestreffens stand schon alles, was im heutigen Blues Rang und Namen hat. Dazu gehören Künstler wie Robert Cray, Beth Hart, Walter Trout, Eric Gales, Tommy Castro, Ruthie Foster u.v.a. Die Veranstalter sind auch ebenso stolz darauf, dem Publikum auch etliche „Geheimtipps“ aus aller Welt präsentiert zu haben, die bisher nur selten in unseren Breitengraden zu sehen und hören waren.

In Schöppingen wird die Bluestradition jedoch keineswegs puristisch gepflegt, sondern hier verschwimmen die Grenzen zwischen Blues, Soul, Jazz, Rock, Country und Weltmusik. In diesem Jahr wird unter dem Motto „Crossover-Verschmelzung“ diese offene Einstellung – ein Hauptmerkmal, das dieses Festival von anderen seiner Art unterscheidet – ganz besonders deutlich.

Knapp die Hälfte der geplanten 15 Acts stammen aus dem Heimatland des Blues. Mit Ronnie Baker Brooks (USA), Sohn des legendären Sängers/Gitarristen Lonnie Brooks, betritt eine wahre Größe des Chicago-Blues die Schöppinger Bühne. In den packenden Songs des 55-Jährigen vermischen sich Blues und Funk mit explosiven E-Gitarren-Licks. Der junge Jamiah Rogers (USA) kommt ebenfalls aus Chicago und gilt dort als der „Blues Superman“. Bekannt für seine scharfkantigen Gitarrensoli und schweißtreibenden Grooves bringt das Nachwuchstalent eine erstklassige Band aus der Bluesmetropole mit. Der aus Arkansas stammende und aktuell sehr angesagte Larry McCray (USA) trägt den Geist von B.B. King, Luther Allison und Little Milton in sich – so Joe Bonamassa, der zusammen mit Josh Smith McCrays brandneues Album Blues Without You produzierte. Der Spätzünder Robert Finley (USA) erlebte erst mit Anfang 60 seinen Durchbruch und zwar mit seinem Debütalbum von 2016. Seitdem arbeitet der Mann aus Louisiana eng mit Dan Auerbach (Black Keys) zusammen und hat zwei weitere herausragende, in Blues, Soul und Gospel beheimatete Werke aufgenommen.

Betörend anders kommt das mit einem Grammy ausgezeichnete Quintett Ranky Tanky (USA) daher. Angeführt von einer wahren Goldkehle namens Quiana Parler pflegt die fünfköpfige Gruppe die Traditionen der Gullah Kultur, die sich musikalisch in einer Mischung aus Jazz, Spirituals und westafrikanischen Rhythmen ausdrückt. Auch Nick Waterhouse (USA) wird für viele Bluesfans kein Begriff sein. Der Sänger und Gitarrist aus Kalifornien tourt aber schon seit einem Jahrzehnt mit einem mitreißenden Sound zwischen Rock’n’Roll, Soul und R&B erfolgreich in aller Welt. „King“ Solomon Hicks (USA) ist ein weiterer, gefeierter Nachwuchs-Blueser aus den Vereinigten Staaten. Im vergangenen Jahr gewann der junge und nichtdestotrotz erfahrene Künstler aus New York den Blues Music Award in der Kategorie „Best Emerging Artist Album“.

Im Programm kommen auch europäische Acts nicht zu kurz – wobei hier insbesondere der im Festival-Motto erhaltene Begriff der Verschmelzung zur Geltung kommt. Beispielsweise bei Natalia M. King (USA/F), eine aus New York stammende Bluessängerin und Weltenbummlerin, die seit über zwei Jahrzehnten in Paris musiziert. Oder auch Bai Kamara Jr. & the Voodoo Sniffers (B), eine gefeierte Band aus Brüssel, die in Schöppingen ihre Deutschlandprämiere feiert. Frontman Kamara, dessen Wurzeln im westafrikanischen Sierra Leone liegen, wird u.a. mit Taj Mahal, John Lee Hooker oder Ali Farka Touré verglichen. Superdownhome (IT) wiederum widmen sich einer ebenso gradlinigen wie elektrisierenden Art von Delta Blues und Boogie. Das italienische Duo spielte bereits europaweit im Vorprogramm von Popa Chubby und Fantastic Negrito und wurden sogar zum Cigar Box Guitar Festival nach New Orleans eingeladen. Schließlich gibt es die Niederländer Harlem Lake (NL), früher als Dave Warmerdam Band unterwegs und hierzulande schon längst keine Unbekannte mehr. Die fünfköpfige Truppe zeichnet sich bei ihren Liveauftritten durch große Emotionen, viel Energie und eine ansteckende Spielfreude aus.

Drei absolute Highlights kommen zudem aus Kanada. Mit Sue Foley (CAN) tritt eine Veteranin der nordamerikanischen Bluesszene auf, die gerade eine zweite Blütezeit in ihrer illustren Karriere erlebt. In gleich drei Kategorien ist die im texanischen Austin aktive Kanadierin bei den diesjährigen Blues Music Awards nominiert, darunter auch für das Album des Jahres. The Sheepdogs (CAN) stehen für einen klassischen Rocksound zwischen Blues- und Southern-Rock und waren bereits auf den größten Musikfestivals der Welt zu Gast, z.B. Bonnaroo, Lollapalooza oder Glastonbury. Ein wahrer Coup für die kleine, aber feine Bühne in Schöppingen! Gleiches gilt für die aufstrebende Sängerin und Bassistin Angelique Francis (CAN) aus Ottawa, die mit ihrem brandneuen Album Long River im Gepäck anreist. Auf der Keeping The Blues Alive At Sea-Kreuzfahrt in diesem Winter stand sie zusammen mit Stars wie Keb’Mo‘ und Joe Bonamassa auf der Bühne und gewann mit ihrer ungemein souligen Stimme und ihrer großen Bühnenpräsenz viele neue Fans dazu. 

Schließlich heißt das 29. Grolsch Blues Festival auch einen Rückkehrer von Down Under willkommen: Die One-Man-Band namens Juzzie Smith (AUS) war schon 2018 in Schöppingen zu Gast und hinterließ damals einen überaus positiven Eindruck. Das Video von seinem mitreißenden Auftritt wurde auf YouTube inzwischen fast 10 Millionen mal angeschaut.

Noch mehr Informationen zu den geladenen Künstlern sowie Infos zur Anfahrt, zur Übernachtung sowie zu den verschiedenen Ticket-Kombis gibt es auf der Homepage des Kulturrings Schöppingen: www.kulturring-schoeppingen.de


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