MICK RONSON - Der Mann an Bowies Saite

2. August 2018

Mick Ronson David Bowie

MICK RONSON - Der Mann an Bowies Saite

Er war der musikalische Kopf der Band Spiders From Mars, bis 1973 Motor des Erfolgs von David Bowie. Und Mick Ronson machte auch mit anderen Rockgrößen gemeinsame Sache. Er selbst aber blieb der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Was der Anfang der Neunziger verstorbene Meistergitarrist tatsächlich geleistet hat, zeigt der Film „Beside Bowie – The Story Of Mick Ronson“. Wir sprachen mit dem Regisseur und Ronson-Freund Jon Brewer sowie mit Def Leppard-Sänger Joe Elliott, der mit Ronson zusammengearbeitet hat.

Mick Ronson starb 1993 im Alter von 46 Jahren an Leberkrebs. Der Mann, den alle Welt nur Ronno nannte, begann seine Karriere 1966 und arbeitete bis kurz vor seinem Tod mit den unterschiedlichsten Künstlern zusammen. Aber ohne seine Arbeit mit Bob Dylan, Ian Hunter, Lou Reed oder Dalbello geringzuschätzen: Die Jahre mit David Bowie von 1970 („The Man Who Sold The World“) bis 1973 („Pinups) waren seine intensivsten. Oder wie Bowie selbst es sagte: „Als Rockduo waren wir genauso gut wie Mick Jagger und Keith Richards, Axl Rose und Slash. Ziggy Stardust und Mick Ronson waren die Personifizierung dieses Konzepts eines sich perfekt ergänzenden Duos im Rock’n’Roll.“

eclipsed: Warum kommst du uns gerade jetzt mit einer Doku über Mick Ronson?

Jon Brewer: Ich habe schon seit Jahren das Gefühl gehabt, ich müsste meinen ehemaligen Freund Mick und seinen Beitrag zur Rockgeschichte würdigen.

eclipsed: Dass die Wurzeln von Def Leppard bei AC/DC und im Glamrock liegen, ist kein Geheimnis. Welchen Einfluss hatte Mick Ronson auf dich?

Joe Elliott: Dass Leppard nicht nur durch meine musikalische Sozialisation mit Glamrock stark beeinflusst sind, haben wir nie verschwiegen. Wenn man wie ich 1972/73 ein typischer englischer Teenager war, kam man an Marc Bolan und David Bowie kaum vorbei. Und Mick Ronson war nicht nur einfach ein Sideman von Bowie, er war der, der den Rock in die ganze Sache hineinbrachte. So haben wir das schon als Teenager gesehen. Ganz ohne Wertung. Um Jagger und Richards wirklich cool zu finden, war ich zu jung. Und Axl und Slash – da war ich erwachsen und eher Kollege als Fan. Ein Fan war ich von Ziggy und Mick Ronson und etwas später von Angus Young und Bon Scott.

eclipsed: Du betreibst neben Def Lepp zwei Tributeacts, bei denen Ronno im Mittelpunkt steht.

Elliott: Stimmt, da gibt es die Down ’n’ Outz, die sich dem musikalischen Erbe von Mott The Hoople, Mott, British Lions und Ian Hunter verpflichtet fühlen. Da spielt Ronno eine große Rolle. Aber der eigentliche Ronno-Tribute sind The Cybernauts, mit denen wir an die Jahre erinnern, in denen er mit Bowie zusammenspielte. In der ersten Version der Band spielten neben meinem Leppard-Bandkollegen Phil Collen der nun leider auch verstorbene Trevor Bolder, der wie Ronno aus Hull stammte, und sein Spiders-From-Mars-Kollege Woody Woodmansey mit.

eclipsed: Wie wichtig war Mick Ronson bei der Umsetzung von Bowies Ideen?

Brewer: Ohne Ronno hätten die damaligen Alben nicht so geklungen. Erst er machte aus den Bowie-Ideen diese Rockhymnen. Aber damals kam es nicht dazu, dass Bowie Ronson als Songwriter würdigte. Es stimmt, Text und Grundmelodie stammten von David. Aber alles andere wurde von Mick arrangiert und konzipiert. Aber zur damaligen Zeit wurde der Konstrukteur des Glamsounds unter den Teppich gekehrt.

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