ROCKPALAST - 40 Jahre Rocknacht

24. August 2017

Rockpalast

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Peter Sommer, Chef eines „Zwei-Leute-Redaktionsteams“, ist von Haus aus Regisseur und Fan der ersten Rocknächte. Jedoch war sein Traumjob, beim Rockpalast Regie zu führen, vom Mann der ersten Stunde, Christian Wagner, der zusammen mit Peter Rüchel den Rockpalast aus der Taufe gehoben hatte, besetzt. So nahm Sommer den Umweg über die WDR-Jazz-Redaktion, bevor er schließlich 2003 den aus Altersgründen ausscheidenden Peter Rüchel ersetzen sollte. „Peter ging nicht freiwillig von seinem Stuhl und machte mir das Leben als Nachfolger nicht einfach. Eine Stafettenübergabe gab es praktisch nicht. Ich erbte eine einstündige Sendung mit Livemusik, die wir mit wenig bis fast gar keinem Budget weiterführen sollten. Ein Sprung in ganz kaltes Wasser.“

Sommer machte aus der Not eine Tugend und verabschiedete sich von den mit schmalem Budget nicht finanzierbaren Ü-Wagen-Produktionen und stellte kleine Kamera- und Tonteams zusammen, die sich als Gäste auf etablierten Festivals zumeist im Sommer herumtrieben und authentisch das Rockgeschehen dort einfingen. „Da wir das Line-up nicht selbst zusammenstellten, ist nicht jede Band, die wir von nun ab zeigten, das, was wir auch selbst gut finden“, sagt Sommer, der rockmusikalisch breit aufgestellt ist. Von Jazzrock bis Heavy Metal reicht seine Bandbreite. „Von Colosseum bis zu Black Sabbath. Nur Reggae und HipHop sind nicht so mein Ding. Wenn das allerdings Teil der Festivals ist, von denen wir Konzerte senden, verschließen wir uns auch dem nicht.“

Apropos Black Sabbath. „Das wäre für mich ein Traum gewesen, wenn wir das Konzert auf ihrer Abschiedstournee in Köln im Januar hätten filmen können. Das hat leider nicht geklappt.“ Trotz des Mythos und des Kults um den Rockpalast haben Bands wie Sabbath da ihre eigenen Interessen. Eigenständiger agiert der Rockpalast bei der „Crossroads“-Reihe aus dem Bonner Club Harmonie. Zweimal im Jahr laden sich Sommer & Co. für mehrere Tage jeweils zwei Bands pro Abend ein, die sie selbst spannend und sehenswert finden. Mit dieser Mischung hat das authentische Rock’n’Roll-Fernsehen seinen Nischenplatz im quotenabhängigen TV-Geschehen behalten. „Anregungen für ‚Crossroads‘ finde ich auf Lieblingsfestivals von mir wie dem Freak Valley oder dem Herzberg.“

Lest mehr im eclipsed Nr. 193 (09-2017).

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