ALICE COOPER BAND - Mehr als nur Freundschaft

ALICE COOPER BAND - Mehr als nur Freundschaft

Brillante Alben wie „Killer“, „School’s Out“ oder „Billion Dollar Babies“ machten die Alice Cooper Band zu einem der prägenden Hardrock-Acts der frühen Siebziger. 1974 kam es zur Trennung, und Frontmann Alice Cooper machte solo weiter – mit immensem Erfolg. 52 Jahre nach ihre letzten gemeinsamen Longplayer haben alle noch lebenden Mitglieder der Originalbesetzung nun zusammen „The Revenge of Alice Cooper“ eingespielt. Wir sprachen mit den Veteranen über ihre sensationelle Wiedervereinigung.

Zum Zeitpunkt des digitalen Interviewtermins mit Michael Bruce (Gitarre), Dennis Dunaway (Bass) und Neal Smith (Drums) befinden sich die drei Herren in unterschiedlichen US-Bundesstaaten – Arizona, Massachusetts und Kalifornien. Und doch ist sofort spürbar, welch starke Verbindung zwischen ihnen existiert – ein Gefühl, das klar über Kollegialität oder sogar Freundschaft hinauszugehen scheint. „Wir sind wie Brüder“, bestätigt Dennis Dunaway diesen Eindruck und will gerade weiter ausholen, als sein Drummer ihn unterbricht: „Na ja, manchmal seid ihr zwei und Alice für mich gerade mal wie entfernte Cousins. Aber ja, an den meisten Tagen seid ihr meine Brüder“ – alle lachen schallend. „Es ist wie in jeder Familie“, führt Dunaway, der ein wenig wie das Sprachrohr der drei rüberkommt, seinen anfänglichen Gedanken fort. „Vielleicht gibt es mal ein paar Meinungsverschiedenheiten. Und eventuell sehen wir uns mal eine Weile nicht. Aber tief hier drin (klopft sich mit der rechten Faust auf die linke Seite seiner Brust) sind die anderen immer präsent. Wir haben so vieles miteinander durchgestanden, sind zusammen erwachsen geworden, haben geliebte Mitstreiter verloren und so wundervolle Musik gemacht, dass jeder von uns ein wichtiger Teil im Herzen und in den Gedanken des anderen ist.“

Trennung in Freundschaft

„Als die Band sich damals auflöste, war das keine wirklich bittere Trennung“, blickt Neal Smith zurück. „Irgendwie waren wir an einem Punkt angelangt, an dem Alice sein Soloding machen wollte, was für uns völlig okay war. Denn ich beabsichtigte ohnehin, mehr als Sessionmusiker für andere Künstler zu spielen, und die anderen Jungs hatten ebenfalls ihre eigenen Projekte am Kochen beziehungsweise brauchten einfach eine Pause. Wir mochten uns aber noch immer und blieben stets in Kontakt.“ „Es ist auch nicht so, dass dies jetzt das erste Mal seit unserem 1973er Album ‚Muscle Of Love‘ wäre, dass wir zusammen in einem Studio gearbeitet oder auch miteinander auf der Bühne gestanden hätten“, beeilt sich Michael Bruce festzustellen. „In den 1990ern gab es eine Live-Reunion, ein paar Jahre später gingen wir drei mit Alice in London auf die Bühne und waren auch schon an einigen Tracks seines ‚Welcome 2 My Nightmare‘-Albums von 2011 beteiligt…“ „Letzteres war so etwas wie der Auslöser für ‚The Revenge Of Alice Cooper‘“, greift Dennis Dunaway den Faden auf. „Wir haben dann auch noch auf ‚Paranormal‘ und ‚Detroit Stories‘ jeweils für ein paar Nummern mitgemischt, bis Alice irgendwann mit der Idee kam, dass wir doch mal wieder eine komplette Platte miteinander machen könnten.“

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