Gefühlt mutet das gerade veröffentlichte „Risen Symbol“ wie sein 104. Album an, tatsächlich ist es das 20. Studiowerk von Axel Rudi Pell mit vorwiegend eigenen Songs, dazu kommen fünf „Ballads“-Alben, zwei Cover-Alben und diverse Live-Veröffentlichungen. Seit 1989 bringt der 64-jährige Bochumer Alben unter eigener Flagge auf den Markt. Zwar hat er es nie in die oberste Hardrock-Liga wie die Scorpions geschafft, aber er liefert regelmäßig qualitativ hochwertigen Hardrock und melodischen Metal ab, der zielsicher sein großes Stammpublikum begeistert. „Risen Symbol“ ist vor diesem Hintergrund ein Pell-Standardwerk im positiven Sinne, doch es klingt zugleich lebendiger und emotionaler als viele seiner Alben der letzten Jahre.
eclipsed: Bist du anders an dieses Album herangegangen als an die Werke davor?
Axel Rudi Pell: Nee, es lief wie immer ab. Immer wenn ich eine Idee habe, nehme ich sie auf. Und bevor es dann an das neue Album geht, sortiere ich die Ideen, Riffs und Melodien und füge sie zu einem Song zusammen.
eclipsed: Ein wenig anders klingt es aber doch?
Pell: Stimmt. Bei den letzten Alben bin ich manchmal sehr schematisch an die Songs herangegangen. Ein Signature-Riff, ein Refrain etc. Dieses Mal dachte ich, ein Song kann auch mal zwei verschiedene Riffs vertragen.
eclipsed: Das macht das Album frischer?
Pell: Genau das sagte auch mein Produktmanager bei Steamhammer SPV, Olly Hahn: „Axel, gut wie immer, aber frischer, und man ist immer gespannt auf den nächsten Song.“
eclipsed: Zwar steht Axel Rudi Pell auf dem Album, aber seit etlichen Jahren besteht die Band aus denselben Leuten. Das spricht für Loyalität und Kontinuität. Was macht deine Band aus?
Pell: Johnny Gioeli ist nun schon seit 26 Jahren dabei. Für mich ist er ein Top-10-Hardrock-Sänger. Johnny weiß genau, was ich hören will, und ich weiß, dass meine Songs von ihm bestens interpretiert werden. Volker Krawczak, unseren Bassisten, kenne ich schon seit den Zeiten meiner damaligen Band Steeler. Auf Volker kann ich mich total verlassen. Einen besseren Bassmann kann man sich nicht wünschen. Seine Meinung ist mir sehr wichtig. Ich schicke ihm meine Ideen schon immer im Rohzustand. Keyboarder Ferdy Doernberg ist immer absolut vorbereitet, wenn es ins Studio geht. Ein Vollblutmusiker. Mit Bobby Rondinelli [ex-Rainbow; Anm.] verbindet mich ganz viel. Wir lieben dieselbe Musik. Bei den Schlagzeugern vorher musste ich manchmal ganz genau erklären, was mir vorschwebt. Bobby weiß sofort, wie er die Drums dazu spielt, weil er unsere Musik genauso liebt und lebt wie ich.