CHEAP TRICK - Die Dauerbrenner

11. Dezember 2025

Cheap Trick

CHEAP TRICK - Die Dauerbrenner

Das Trio Cheap Trick aus Rockford in Illinois zählt zu den dienstältesten und erfolgreichsten Rockbands der USA. In Europa jedoch genießt es den Status eines ewigen Insidertipps. Ein hausgemachtes Problem: Man hat sich über Jahrzehnte auf die Märkte konzentriert, die am meisten Profit abwerfen, und alle anderen vernachlässigt. Das rächt sich auch im Hinblick auf das neue Album „All Washed Up“: Deutschlandkonzerte scheinen nahezu unmöglich.

Es ist eine Situation, die Gitarrist Rick Nielsen sichtlich frustriert. Der 76-Jährige sitzt auf der heimischen Couch, umgeben von Gitarren, CDs, Magazinen, Objekten aus 52 Jahren Bandgeschichte – und Ehefrau Karen, die ursprünglich aus Nürnberg stammt. Deswegen spricht er überraschend gut Deutsch und schwärmt von den beiden größten BRD-Konzerten seiner Band als Vorgruppe von The Who beim Nürnberg Rock Festival auf dem Zeppelinfeld im September 1979 und als Rockpalast-Headliner in der Essener Grugahalle im Oktober 1983: „Wir hatten den Fuß in der Tür und hätten nur weitermachen müssen. Doch unser Management hatte zu hohe Forderungen – die ließen sich nur in Amerika und Japan erfüllen. Deshalb sind wir nur sporadisch zurückgekehrt, und das bedaure ich sehr.“ In den USA dagegen absolvieren Cheap Trick bis zu 100 Gigs pro Jahr in Casinos, Amphitheatern oder Multifunktionsarenen, nicht selten im Verbund mit Kollegen wie Heart oder ZZ Top.

Ihr größter Markt ist jedoch Japan, wo sie 1978 ihr bahnbrechendes Livealbum „At Budokan“ aufnahmen und einen beatlemania-artigen Begeisterungssturm auslösten: „Wir wurden als die Kinder von Kiss gefeiert und hatten sogar eigene Mangas. Als wir das erste Mal dort waren, erwarteten uns Tausende kreischende Fans am Flughafen. Wir fühlten uns wie John, Paul, George und Ringo – was auch etwas Furchteinflößendes hatte. Wir können uns da bis heute nicht frei bewegen.“ Dies verwundert nicht, erkennt man Nielsen doch auf Anhieb: ein großer, schlaksiger Typ mit angewachsener Baseballkappe und Vorliebe für ausgefallene Gitarren, die auch mal mehrere Hälse haben, aber immer die gleiche Lackierung aufweisen – ein schwarz-weißes Schachtbrettmuster, der sogenannte „checker style“. „Das hat kein anderer – und das war das Ziel, einfach, um mich abzusetzen. Darum geht es mir auch bei meinem Spiel“ – das auf „All Washed Up“, dem 21. Studiowerk der Herren Nielsen, Zander und Petersson, wieder so rau und ruppig ausfällt, dass es an AC/DC erinnert. Auch das ist kein Zufall: Beide Bands kennen sich seit den späten 70ern, sind mehrfach zusammen getourt und haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander ...

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