CRIPPLED BLACK PHOENIX - In Zeiten des Wahnsinns

14. April 2026

Crippled Black Phoenix

CRIPPLED BLACK PHOENIX - In Zeiten des Wahnsinns

Vor zwei Jahren feierte das Postrock-Kollektiv um Justin Greaves und Belinda Kordic 20-jähriges Jubiläum. Mitte April erscheint mit „Sceaduhelm“ ein neues Album, das die typischen dystopischen Klang-Gebirge der Band mit einer altersweisen Gradlinigkeit verbindet. Höchste Zeit also für ein Gespräch mit dem Gitarristen und der Sängerin.

Sie verweigern sich jeglicher Schnelllebigkeit: Seit jeher schreiten Crippled Black Phoenix gemächlich durch ihre düstere musikalische Welt, in der sich unzählige Noise-Schichten zu fast lähmender Schwermut auftürmen. Meist quellen die Songs über vor Dunkelheit, als führten sie zu den trostlosesten Orten, die man sich nur vorstellen kann. Manchmal bestechen sie durch fragile Melodien, manchmal durch brachiale Monotonie. „Endzeitige Postrock-Balladen“ nennt die Band selbst ihre Musik.

Obwohl all das auch für „Sceaduhelm“ gilt, stellt das dreizehnte Studioalbum von Crippled Black Phoenix eine kleine Zäsur dar: Es lässt die felsbrockige Schwere seiner Vorgänger hinter sich, um den nachtschwarzen Sound etwas konsequenter zu durchforsten. Statt sich das Gewicht der Welt aufzubürden, richtet es den Blick nach innen auf emotionale Dämonen, die stärker denn je zu sein scheinen. Mehr Tempo, weniger Ballast – vielleicht sogar mehr Pop? Justin Greaves lacht. Er ist das einzige konstante Mitglied der Band, Typ rauschebärtiger Waldschrat, der die Musik quasi im Alleingang aufnimmt. So könne man das sehen, sagt er: „Die Songs sind strukturierter, gradliniger, rock’n’rolliger. Diese Aspekte gab es bei uns aber schon immer.“

⁠⁠Ravenettes

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