FESTIVALS Teil 1: Von Newport über Woodstock bis Live Aid

FESTIVALS Teil 1: Von Newport über Woodstock bis Live Aid

Festspiele mit Musik gab es schon im antiken Griechenland und alten Rom, doch ab den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts haben große Rockfestivals im Freien die Menschen in Massen wie nie zuvor vereint und wurden zu soziokulturellen Meilensteinen. 2025 jähren sich viele FestivalGeburtstage, weshalb wir in einer zweiteiligen Story den Spirit berühmter Festivals Revue passieren lassen, insbesondere im Vereinigten Königreich und den USA (Teil 1) sowie in Deutschland (Teil 2). Wir beleuchten die bedeutendsten Ereignisse, spezielle Sternstunden, Wiedervereinigungen und Schwanengesänge. Eine Chronologie der wichtigsten Festivals unserer Zeit.

Die Corona-Pandemie hat mehr als deutlich gemacht, wie wichtig Musikfestivals für sozialen Zusammenhalt und seelisches Wohlbefinden sind. Sie sind Treffpunkte für Jugendkulturen und Musikbegeisterte, bringen Musiker mit ihren Fans zusammen. Sie bestärken den identitätsstiftenden Musikgeschmack und fördern so ein Gemeinschaftsgefühl, beschwören dabei auch oft einen bestimmten gesellschaftlichen Geist und kulturellen Rahmen: einen speziellen Lebensstil zum Beispiel, konkrete politische Proteste oder alternative subkulturelle Bewegungen. In der Regel finden Festivals als Open Airs statt, auf die wir uns hier auch beschränken. 

Als erstes großes Musikfestival gilt das Newport Folk Festival in den USA, das 1959 zum ersten Mal stattfand und zunächst nur eine Ergänzung des Newport Jazz Festivals darstellte. Dort wurde der Jazz um das musikalische Spektrum des Blues und Folk erweitert. Junge Rock-Acts waren ab Mitte der Sechzigerjahre bereits in Kultstätten wie dem Fillmore West in San Francisco, dem Fillmore East in New York oder dem Marquee und dem UFO Club in London aktiv. Und so trat auf dem National Jazz Festival 1963 mit den Rolling Stones zum ersten Mal auch eine Rockband auf einem Open Air auf. Der legendäre Auftritt von Bob Dylan am 25. Juli 1965, bei dem er auf dem Newport Folk Festival erstmals zur elektrischen Gitarre griff, ging in die Geschichtsbücher ein.

Die Hippie-Kultur feierte ihren „Summer of Love“ 1967 auf dem Monterey International Pop Festival, bevor er auf dem Woodstock zugleich den Höhe- wie Schlusspunkt erreichte. Parallel zum Erfolg der Rockmusik zogen Festivals nun zunehmend größere Menschenmassen an und erreichten oder überschritten gar eine halbe Million Besucher. Das Glastonbury Festival in England führte ab 1970 das Erbe der Hippie-Ära fort, das Reading Festival dachte das National Jazz and Blues Festival in rockige Dimensionen weiter.

2025 jähren sich u.a. das Jazz Bilzen in Belgien (1965), das als „Mutter aller europäischer Festivals“ gilt, das Bath Festival Of Blues and Progressive Music und das größte Isle Of Wight Festival (beide 1970), die beide progressive Rockmusik ins Rampenlicht stellten. Bob Dylan startete 1975 zudem mit der „Rolling Thunder Revue“ sein eigenes fahrendes Festival. Monsters Of Rock, das 1980 an den Start ging, feierte hingegen einen härteren Sound. Das kleine englische Dorf Knebworth hat eine lange Reihe von Festivals vorzuweisen, von denen wir uns die Jahrgänge 1975 und 1990 näher betrachten, mit völlig unterschiedlichen Resümees. Glastonbury stand 1995 mit Oasis und Pulp ganz im Zeichen des Britpop-Zeitgeistes. Und auch das niederländische Dynamo, das wichtigste Headbanger-Festival seiner Zeit, erlebte vor 30 Jahren einen Höhepunkt ...

MONTEREY POP FESTIVAL--40 YEARS AGO DOCUMENTARY

Lest mehr im aktuellen Heft ...