KARNIVOOL - Fühlen Lernen

9. März 2026

Karnivool

KARNIVOOL - Fühlen Lernen

„Themata“, „Sound Awake“, „Asymmetry“ – darauf belief sich lange der schmale, aber kraftvolle Katalog Karnivools. Nach knapp 13 Jahren Veröffentlichungspause kommt nun „In Verses“ hinzu. Das Album ist Rückbesinnung und Neuanfang zugleich.

Ian Kenny meldet sich aus einem Studio in Perth. Zwar lebt der Sänger drei Stunden entfernt, für die laufenden Proben kommen Karnivool aber nach wie vor in ihrer Heimatstadt zusammen. Die Räumlichkeiten mieten sie temporär, das eigene Hauptquartier stießen die Australier kurz nach Fertigstellung von „In Verses“ ab. „Es war an der Zeit“, konstatiert Kenny und gibt damit das Stichwort für den Interview-Einstieg.

eclipsed: Womit habt ihr euch seit „Asymmetry“ die Zeit vertrieben?

Ian Kenny: Ich war immer mal wieder mit meiner zweiten Band Birds Of Tokyo beschäftigt, Steve [Judd, Drummer; Anm.] mit Cover-Projekten. Drew [Andrew Goddard, Leadgitarrist] ebenso, und er betrieb Songwriting. Hos [Mark Hosking, Gitarrist] arbeitet als Tourmanager, Jon [Stockman, Bassist] als Musiklehrer. Wir verwendeten auch viel Zeit aufs neue Album, aber niemand soll denken, dass wir Vollzeit daran geschraubt haben. Es lagen Monate, manchmal Jahre zwischen den Sessions.

eclipsed: Schon 2019 habt ihr erklärt, am vierten Album zu arbeiten. 2021 erschien die Single „All It Takes“. Sie steht nun auf „In Verses“, jedoch remastert, was darauf hindeutet, dass noch einiges passiert ist. Wann fanden die Haupt-Sessions statt? 

Kenny: Von Ende 2024 bis Mai 2025. Bei Gesprächen im Dezember 2024 wurde klar: Wir haben es! Also räumten wir unsere Terminkalender frei und holten Produzent Forrester Savell dazu. Er schob dreieinhalb Monate lang Sechstagewochen. Zuvor gab es viele Fehlzündungen. Als „All It Takes“ im Kasten war, dachten wir, jetzt könnten wir den Rest einfach rausballern. Hätten wir das wirklich durchgedrückt, wäre allerdings wohl nicht die Platte entstanden, die wir heute haben. Trotzdem war „All It Takes“ sehr wichtig. Zwischen 2016 und 2019 herrschte ein ziemliches Auf und Ab. Die Band kommunizierte nicht gut, wir waren etwas verloren und kämpften mit psychischen Problemen. Der Song half uns wieder in die Spur.

eclipsed: Forrester Savell unterstützte euch als Produzent bei „Themata“ und „Sound Awake“. Wie fühlte es sich an, wieder mit ihm zu arbeiten? 

Kenny: Vertraut! Er kennt uns sehr gut und weiß, wie er das Beste aus uns herauskitzelt. Er erkennt auch, wenn wir Mist machen, und zieht uns dafür zur Rechenschaft. Das brauchten wir.

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