Mit nunmehr neun Studioalben sowie mehreren EPs und Live-Platten kann sich der Output von LONG DISTANCE CALLING wahrlich sehen lassen. In diesem Jahr feiern die Postrocker aus Münster mit dem Album „The Phantom Void“, einem Film und einer ausgiebigen Tour im Herbst ihr 20-jähriges Bestehen. Gegenüber eclipsed erläutert Drummer Janosch Rathmer das Konzept hinter dem neuen Werk und blickt auf Highlights der Vergangenheit zurück.
Mit einem Konzert im Essener Kino Lichtburg am 8. April, zwei Tage vor der Veröffentlichung des neuen Albums, beginnen die Feierlichkeiten zum runden Jubiläum von Long Distance Calling. Im Gepäck haben die Münsteraner auch einen 20-minütigen Film. Das Visuelle, erklärt Janosch Rathmer, sei den Postrockern schon immer wichtig gewesen, um die Hörer möglichst tief in ihre instrumentale Musik hineinzuziehen.
eclipsed: Ihr habt euren aktuellen Pressetext mit einem Depeche-Mode-Zitat überschrieben: „Words are very unnecessary.“ Ist das die Quintessenz aus 20 Jahren Long Distance Calling?
Janosch Rathmer: Ein bisschen schon, ja. Wir haben zwar sowohl mit Sprachsamples als auch mit Gesang gearbeitet, aber eben hauptsächlich instrumental, was anfangs unbeabsichtigt war. Gleichwohl haben wir gemerkt, dass das für uns am besten funktioniert und die Magie der Band ausmacht.
eclipsed: Seit „Eraser“ sind fast vier Jahre vergangen. Wie kam es zu dieser längeren Pause?
Rathmer: Das lag einfach daran, dass unsere Schlagzahl und unser Output in den Jahren davor extrem hoch waren. Wir haben alle gemerkt, dass wir nach „Eraser“ und der anstrengenden Covid-Phase mal Zeit zum Durchatmen brauchten, um neue Energie zu tanken. Ich finde, das hat der neuen Platte sehr gutgetan. Wir sind wieder sehr fokussiert und mit viel Spaß ans Songwriting gegangen.
eclipsed: Ihr sagt, ihr hättet eurem Sound eine Generalüberholung verpasst – mit mehr Fokus und mehr Freiheit. Wie ist das gemeint?
Rathmer: Mit Freiheit ist gemeint, nicht gefangen zu sein in dieser Spirale „Release – Tour – Release – Tour“. Wir betreiben das zwar professionell, leben aber nicht ausschließlich davon. Wenn du davon lebst und nicht den großen Namen hast, hast du diese Freiheit nicht, sondern musst regelmäßig Releases raushauen, um touren zu können und wieder Geld zu verdienen. Wir haben uns da einfach von vielem gelöst und uns Zeit genommen.