Mike Zito kehrt mit „Outside Or The Eastside“ zu seinen Wurzeln in St. Louis zurück – zu den schweißtreibenden Club-Nächten, endlosen Jams und der rohen Energie, die seinen Stil formten. Im Gespräch erinnert sich der Gitarrist an prägende Jahre zwischen Mississippi-Ufer und Eastside, spricht über ungefilterte Live-Aufnahmen und eine unvergessliche Ansage von Blues-Ikone Johnny Winter.
eclipsed: Mike, „Outside Or The Eastside“ erzählt von deinen Anfängen in St. Louis. Was steckt dahinter?
Mike Zito: Das Cover zeigt eine Straße voller Bars mit Livemusik. Genau dort hat für mich alles begonnen. Zwei Blocks vom Mississippi entfernt gibt es eine Kellerbar, in der ich 1998 mit meinem ersten Trio den Gig von Walter Trout eröffnen durfte. Wir spielten Hendrix und Stevie Ray Vaughan – roh, laut, eher Rock’n’Roll als Blues. Aber wir standen praktisch jeden Abend auf der Bühne.
eclipsed: Und der Titel?
Zito: In St. Louis ist nachts spätestens um halb drei Schluss. Dann fliegst du raus, egal ob Musiker oder Gast. Auf der anderen Seite des Flusses liegt die „Eastside“ in Illinois, dort geht es rund um die Uhr weiter. Der Spruch war immer: „Outside or the Eastside.“ Denn dort drüben standen oft schon die nächsten Bands bereit, häufig Freunde. Diese Zeit war elektrisierend – noch bevor Alkohol und Drogen später die Kontrolle übernahmen.
eclipsed: Du hast das Album in St. Louis aufgenommen?
Zito: Ganz bewusst. Live, ohne Netz. Ich wollte diese ungebremste Energie von damals einfangen. Also habe ich der Band gesagt, dass diesmal viel Gitarre gespielt wird. Normalerweise bremse ich mich, aber hier wollte ich genau das Gegenteil.