Drei ganze Tage habe er geweint, sagt Takaakira „Taka“ Goto. Im Mai 2024 verlor der Gitarrist und die kreative Kraft der japanischen Postrocker Mono mit Steve Albini einen seiner engsten Verbündeten. Albini, vielseitiger Vordenker der experimentellen Musik und aufgrund seiner Studio-Arbeit mit Nirvana, PJ Harvey und den Pixies weltbekannt, hatte dem Quartett einst zum Durchbruch verholfen. Hatte es 2004 in die USA geholt und seitdem Dutzende Platten mit ihm aufgenommen, prachtvolle Kreuzungen aus fragilem Minimalismus und harschem Krach. Als er dann nach einem Herzinfarkt verstarb, war Taka am Boden zerstört. „Ich habe das überhaupt nicht akzeptieren können“, sagt er. „Ich fühlte mich völlig kraftlos und verloren.“
Albinis Tod blieb nicht der einzige Schicksalsschlag für den Musiker. Während der Pandemie hatte er seinen Vater verloren, im Januar 2025 starb der Vater seiner Frau. Um ihn zu verabschieden, entschloss sich das Paar dazu, eine von Takas Kompositionen zu spielen. Es war die erste, die er seiner Frau widmete – und zugleich eine der letzten, die Mono gemeinsam mit Steve Albini eingespielt hatten. Dieses Erlebnis habe ihn zutiefst berührt, sagt er. „Da habe ich wieder daran geglaubt, dass unsere Musik tröstlich sein kann.“ Also nahm er die strikte Routine wieder auf, die er sich zuvor als Songwriter erarbeitet hatte: täglich von 6 Uhr morgens bis in die Abenddämmerung komponieren. Die Todesfälle düngten Takas Inspiration für elegische Melodien und reflektierte Hymnen, wortlose Abschiede an ins Jenseits gezogene Vertraute. Dabei spukten ihm Bilder von Blumen durch den Kopf, die den Verstorbenen ins Grab gelegt werden ...