NEIL YOUNG - Fels in der Brandung

28. Juli 2025

Neil Young

NEIL YOUNG - Fels in der Brandung

Auch wenn er stramm auf die 80 zugeht: NEIL YOUNG bleibt ein standhafter Kämpfer und Idealist, ein Protestsänger, der sagt, was er denkt, und spielt, was er fühlt. Das ist anno 2025 vor allem Unzufriedenheit und das dringende Bedürfnis, seine Mitmenschen wachzurütteln angesichts des Umstands, dass inkompetente Politiker, Rechtspopulisten und Hightech-Milliardäre den Planeten bedrohen. Davon handelt auch sein 48. Studioalbum „Talkin To The Trees“ – seine vielleicht letzte Mahnung.

Ein Großteil der amerikanischen Künstler schweigt und scheut die Konfrontation oder flirtet sogar mit der dunklen Seite der Macht, lässt sich von Multis der Automobil- oder Lebensmittelbranche subventionieren und hofiert die Trump-Administration. Ganz anders der große, stämmige Kanadier: „Talkin To The Trees“ ist eine weitere unmissverständliche Mahnung im Hinblick auf alles, was nicht nur in den USA schiefläuft. Sein Hauptaugenmerk legt Young auf eine Industrie, die Fortschritt wie Umweltschutz bewusst ignoriert, und sogenannte Volksvertreter, die primär an ihr eigenes Wohlergehen denken. Stücke wie „Big Change“, „Let’s Roll Again“ oder „Movin Ahead“ sind regelrechte Anklageschriften gegen Unternehmen wie Chrysler, Ford, GM und Tesla, denen er mangelnde Weitsicht vorwirft – oder, wie im Fall von Elon Musk, gar offenen Faschismus.

Angesichts dieser Situation fordert Young Erneuerung, Veränderung und radikales Umdenken statt Stagnation und dem Festhalten an überholten Standards sowie das sofortige Ende von politischer Einflussnahme: „Verbrennungsmotoren sind nicht mehr zeitgemäß, aber in Sachen E-Mobilität kommt leider viel zu wenig. Diesen Firmen, die einst so tolle Autos gebaut haben, fehlt es am Willen, etwas wirklich tolles Neues zu schaffen. Für sie ist es günstiger, die Politik zu schmieren und an ihrem bisherigen Vorgehen festzuhalten, als in die Zukunft zu investieren. Also bezahlen sie die Kampagnen der Parteien und versuchen, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. So werden Politiker zu Handlangern und die Demokratie zur Korporatokratie. Das ist zumindest meine Meinung.“ Und mit der hält er nicht zurück. Mehr noch, er spielt auf Kundgebungen von Bernie Sanders, um den wachsenden Einfluss von Oligarchen wie Jeff Bezos, Elon Musk oder Mark Zuckerberg anzuprangern, legt sich offen mit US-Präsident Trump an und bietet Monopolisten wie Ticketmaster die Stirn ...

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