Seit 2018 hat das norwegische Prog-Trio Ring Van Möbius vier Alben vorgelegt, die einen gewaltigen Retro-Sound auf Art von ELP und Van der Graaf Generator neu in Szene setzten. Nun heißt es Abschied nehmen, denn „Firebrand” ist das letzte Studioalbum. Wir fühlten Sänger/Tastenzauberer Thor Erik Helgesen und Drummer/Texter Dag Olav Husås auf den Zahn, was es mit dem mysteriösen „Firebrand“ auf sich hat und wie die Zukunftspläne von Helgesen aussehen. Zudem erfahren wir Kurioses, beispielsweise, dass Helgesen bei einer Zeitreise sich selbst als Baby treffen würde und er sich Gedanken über den Klang seines Schnurrbarts macht.
eclipsed: Stimmt es wirklich, dass dies das letzte Album von Ring Van Möbius sein wird?
Thor Erik Helgesen: Ja, dies ist tatsächlich das letzte Studioalbum von Ring Van Möbius. Die Band gibt es nicht mehr, aber wir haben uns darauf geeinigt, dieses letzte Album „Firebrand“ fertigzustellen, bevor wir das Ganze beenden. Wir haben zehn Jahre lang zusammen gespielt, coole Alben aufgenommen, einige coole Gigs gespielt und unter anderem auch den Auftrag für ein abstraktes Tanzstück erhalten – neben vielen anderen großartigen Erfahrungen in diesen Jahren. Wir sind stolz und glücklich, dass wir dies nun hinter uns lassen können, und warten gespannt auf die unbekannte Zukunft!
eclipsed: Wie hat sich die Produktion von „Firebrand“ entwickelt?
Helgesen: Soweit ich mich erinnern kann, stand der Großteil des Albums bereits, als wir den Auftrag für die Tanzkomposition erhielten, was dann das Album „Commissioned Works Pt. II“ wurde. Um die Fristen dieses neuen interessanten Projekts einzuhalten, haben wir die Arbeit an „Firebrand“ unterbrochen. Ein Teil des Songwritings fand während der Proben statt, es wurde viel gejammt – wie zum Beispiel in den ersten Minuten des letzten Tracks „False Dawn“. Wie üblich war es eine Kombination aus Musik, die ich mitgebracht hatte und die wir bis ins Detail ausloteten, und spontanen Parts, die vor Ort entstanden sind.
eclipsed: Worauf bezieht sich der Albumtitel?
Helgesen: Dieses Mal hat sich unser Schlagzeuger Dag Olav um die Texte gekümmert, also laden wir ihn doch einfach zu unserem Gespräch ein ...
Dag Olav Husås: Nun, der Titel bezieht sich auf eine der Hauptstimmen in der konzeptionellen Handlung, voll leidenschaftlicher und ziemlich extremer Überzeugungen, sowie auf Firebrand, den Namen des Schiffes in unserer Geschichte, das die vermeintlich letzte Hoffnung der Menschheit darstellt.
eclipsed: Das Albumcover ist beeindruckend: ein Oktopus im Weltraum über der Erde mit einer Rakete und Satelliten. Was soll das bitte bedeuten?
Husås: Der Oktopus ist Möbius, der wiederum für uns selbst steht, die mit auf die Reise gehen. Der Rest steht in den Texten.
eclipsed: Ist es ein Konzeptalbum, oder sind es nur drei separate Tracks?
Husås: Es ist in der Tat ein Konzeptalbum. Man könnte sagen, es hat epische Ausmaße.
eclipsed: Worum geht es in den Texten?
Husås: Normalerweise ist es besser, wenn der Zuhörer sie auf seine eigene Weise interpretieren kann. Aber sagen wir einfach, es handelt sich um einen epischen Konflikt zwischen verschiedenen Philosophien.
eclipsed: Die Musik ist immer noch sehr stark von ELP geprägt, dazu etwas von VdGG, Yes und Motorpsycho. Was ist denn dein Lieblingsalbum von ELP?
Das gesamte Interview ist Teil unseres Online-Abos, mehr siehe www.eclipsed.de/de/abo