THE ROLLING STONES - Noch einmal mit Gefühl

27. Juli 2026

The Rolling Stones

THE ROLLING STONES - Noch einmal mit Gefühl

Eigentlich klang „Hackney Diamonds“, ein Album, mit dem man bei seinem Erscheinen 2023 und damit 18 Jahre nach dem letzten Studio-Lebenszeichen „A Bigger Bang“ längst nicht mehr gerechnet hätte, deutlich nach Abschied. Doch jetzt kommt die größte Rock’n’RollBand der Welt zurück mit einem weiteren frischen, auf den Punkt produzierten Werk, das eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt.

Der sentimentale Unterton, die vielen Verweise auf die vergangene Karriere, dazu das für den Bandnamen verantwortliche Muddy-Waters-Cover „Rolling Stone Blues“, das auf die Frühphase der Band verwies und Fans wie Kritikern als das symbolische Schließen des Kreises erschien: „Hackney Diamonds“ schien wie gemacht für den gelungenen Abschied einer Band, deren Mitglieder die 80 Lebensjahre ja auch schon erreicht hatten. Doch in Interviews deuteten zumindest Keith Richards und vor allem Ronnie Wood immer wieder an, dass man im Studio mit der Produzenten-Allzweckwaffe Andrew Watt wieder Blut geleckt habe und neue Songs nur eine Frage der Zeit seien. Und nun ist es, nach recht kurzer Ankündigungsphase, tatsächlich da, nur drei Jahre nach den Hackney’schen Diamanten: das neue Album „Foreign Tongues“. Die Zunge ist natürlich ein Verweis auf das ewige Band-Logo, das vom amerikanischen Künstler Nathaniel Mary Quinn gestaltete Cover ein grafisches Verwirrspiel um die ebenso zum Kulturgut gehörenden cartoonhaften Fratzen der Bandmitglieder. Während also die Denkmalpflege weiterläuft – 2025 erschien sogar das geschmähte 76er-Werk „Black And Blue“ als Boxset –, schauen die Stones weiter in die Zukunft.

Keine Zeit, um zu viel nachzudenken

Natürlich liegt die Vermutung nahe, gerade nach den sehr frühen Statements der Musiker zu einem potenziellen Nachfolger, dass „Foreign Tongues“ zu einem großen Teil die berühmte Resteverwertung ist; bekanntermaßen blieb bei den Sessions zum Vorgänger noch einiges liegen. „Als wir ‚Hackney Diamonds‘ aufnahmen, hatten wir jede Menge Material“, erklärt Mick Jagger. „Ich habe mir ‚Black And Blue‘ angesehen, als es neu aufgelegt wurde, da waren insgesamt nur acht Titel drauf! Aber bei ‚Hackney Diamonds‘ sagten wir: ‚Hört mal, wir können nur eine bestimmte Anzahl Titel draufpacken. Wir werden also ein weiteres Album machen.‘“ Allerdings berichtet er auch, dass dies lediglich der Startschuss gewesen und ein Großteil der neuen Songs einer äußerst produktiven vierwöchigen Session in den Londoner Metropolis Studios entsprungen sei. Diese für eine Band der Größenordnung der Stones sehr knapp bemessene Zeit geht auf die Vorstellungen ihres Produzenten Andrew Watt zurück, der auf die ursprüngliche Frage, wie viel Zeit man denn im Studio, wo dann alle Stones gemeinsam musizieren, veranschlagen solle, mit einem nüchternen „drei, vielleicht dreieinhalb Wochen“ antwortete. 

The Rolling Stones - In The Stars (Official Video)

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