SUBLUNAR - Stillstand ist nicht der Tod

13. September 2025

Sublunar

SUBLUNAR - Stillstand ist nicht der Tod

Sechs Jahre nach ihrem Debüt melden sich SubLunar mit dem neuen Album „A Random Moment Of Stillness“ zurück. Darauf beschäftigen sich die polnischen Art-Progger mit der Idee der absoluten Ruhe in Zeiten des Tumults. Sänger Łukasz Dumara spricht sogar von „stoischer Depression“. Trotzdem blickt er nicht hoffnungslos in die Zukunft. Warum, erzählt er im Interview — und auch, wie er zum unverhofften Frontmann der Band wurde.

eclipsed: Hallo Łukasz, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wir leben gerade in einer schwierigen Phase, zwischen Kriegen, Pandemien und politischen Unruhen. Wie erlebst du diese Dinge, vor allem als Künstler und Musiker?

Łukasz Dumara: Vielleicht klingt es seltsam, aber mir ist wichtig, etwas Positives aus all dem zu ziehen — die heftigen Emotionen, die das in mir auslöst, in Musik umzuwandeln und auf diese Weise Dampf abzulassen. In der Weltgeschichte gab es immer wieder schwierige Zeiten, aber wir haben sie alle überstanden. Das lässt mich hoffen, dass es der Menschheit auch diesmal gelingen wird, zum Beispiel, indem wir uns friedvollen Dingen zuwenden. Für mich ist das die Musik, die mich seit jeher unendlich inspiriert und in der ich Trost finde.

eclipsed: SubLunar wurde 2016 gegründet — kannst du etwas über die Entstehung der Band erzählen?

Dumara: Unsere allererste Probe fand im Dezember 2016 statt. Da bestand SubLunar allerdings nur aus Łukasz Wszołek am Schlagzeug und mir an der Gitarre. Unsere vorherigen Bands waren nicht mehr aktiv, deshalb begannen wir, miteinander zu jammen. Dann kam Marcin Pęczkowski an der zweiten Gitarre zu uns, und auch unser Freund Michał Jabłoński wollte mit uns spielen. Plötzlich hatten wir also drei Gitarristen in der Band, und ich dachte: Vielleicht ist das Gitarristen-Dasein nichts mehr für mich! (lacht) So wurde ich der Sänger, bevor Jacek Książek als Bassist bei uns einstieg und das Line-up komplettierte.

eclipsed: Ganz schön schwer, plötzlich der Frontmann zu sein, oder?

Dumara: Anfangs war das total ungewohnt. Schließlich waren die anderen erfahrene Instrumentalisten. Ich hingegen hatte nie zuvor auf so einem hohen Niveau gesungen. Ich habe mich also zunächst überhaupt nicht wohlgefühlt.

eclipsed: Inwiefern?

Dumara: Ich war mir unsicher, ob meine Stimme zur Musik passt. Mir waren meine Grenzen bewusst, also musste ich mich weiterentwickeln, um eine größere Bandbreite an Emotionen rüberbringen zu können. Denn für mich geht es beim Singen vor allem ums Vermitteln von Gefühlen, der technische Aspekt ist für mich zweitrangig. Das war für mich die größte Herausforderung. Aber als dann die Songs unseres Debüts „A Welcome Memory Loss“ entstanden, fügte sich alles zusammen. Und mit der Zeit merkte ich, dass mir das Singen auch psychisch guttat. Wie du schon erwähnt hast, werden wir in unserem Alltag ständig mit aufrüttelnden Sachen konfrontiert. Früher habe ich meinen ganzen Frust und die negativen Gefühle auf der Gitarre rausgelassen. Mittlerweile klappt das beim Singen genauso.

eclipsed: Jetzt ist euer zweites Album erschienen, „A Random Moment Of Stillness“. Wie ist es entstanden?

Dumara: Das war ein ganz anderer Prozess als bei unserem Debütalbum. Wie das so oft bei den Erstlingswerken der Fall ist, waren wir bei „A Welcome Memory Loss“ nicht besonders selbstkritisch. Wir haben einfach alles eingebaut, was uns inspiriert hat. Deswegen ist das erste Album stilistisch etwas abwechslungsreicher. Als wir dann mit der Arbeit am Nachfolger begannen, wussten wir, dass wir eine Marschrichtung brauchten. Wir wollten einen kohärenteren Sound und unsere musikalische Identität ausarbeiten. Glücklicherweise war das ein sehr natürlicher Prozess, wir hatten jetzt kein Meeting, wo wir das wie auf dem Reißbrett geplant haben. Trotzdem dauerte das eine Weile. Zuerst brachte die Pandemie alles zum Erliegen, dann gab es noch diverse andere Dinge in unseren Leben, unvorhergesehene Faktoren, die den Prozess in die Länge gezogen haben. Trotzdem sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich glaube, uns ist klarer geworden, in welche Richtung wir uns musikalisch weiterentwickeln wollen ...

Lest mehr im aktuellen Heft ...