„Tarmac“ ist Triggerfingers erstes Album ohne ihren langjährigen Bassisten Paul Van Bruystegem, der 2025 verstorben ist. Es markiert für sie deshalb den Beginn einer neuen Ära. „Wenn jemand wie Paul so viele Jahre Teil der Band war und plötzlich nicht mehr da ist, verändert das alles. Er war eine große Persönlichkeit – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne“, erklärt Frontmann Ruben Block. Infolgedessen sind Triggerfinger zum Duo geschrumpft. Für das neue Werk war Mitchell Froom, der unter anderem mit Sheryl Crow, Elvis Costello und Suzanne Vega zusammengearbeitet hat, aber weit mehr als nur Produzent, er wurde gewissermaßen zum dritten Bandmitglied. Gleich zu Beginn hatte er zu Block und Schlagzeuger Mario Goossens gesagt, er habe das Gefühl, dass sie eigentlich alle drei Produzenten seien. So begannen sie, in Los Angeles gemeinsam zu schreiben – und nahmen gleichzeitig auf, weil sich alles sehr organisch entwickelte.
„Das Coole an den Aufnahmen in L.A. war vor allem, dass Mitchell dort lebt“, sagt Ruben Block. „Natürlich hat es auch einen Vorteil, von zu Hause weg zu sein: Man kann sich ganz auf die Musik konzentrieren. Man steht morgens auf, trinkt einen Kaffee, klappt den Laptop auf und fängt an zu arbeiten. Das war für uns ein großer Vorteil. Wir sind mehrmals nach L.A. gereist. Angefangen haben wir 2023, dann flogen wir wieder nach Hause. Die Songs der Sessions lagen aber in einer Dropbox, sodass jeder sie in seinem eigenen Studio öffnen konnte. Nach ein paar Monaten kamen wir wieder zusammen, arbeiteten weiter, schauten, wo wir standen, ob es neue Ideen gab, und tauschten uns aus.“ Triggerfingers neue Musik klingt kantiger, reduzierter, grooviger und stärker von den 80er Jahren inspiriert. Sie ist psychedelisch, sinnlich, atmosphärisch und dunkel, streckenweise aber immer noch dreckig, laut und hektisch.