Die Whigs zählen zu den letzten aktiven Vertretern der Grunge-Bewegung. Dieser Tage feiert die Band ihr 40. Jubiläum – mit dem Album „Soft Control“, auf dem Dulli vor allem sich und seine Beziehungsprobleme therapiert. Wie ernst er das meint und wie groß sein Gastro-Imperium ist, verrät er beim Interview in Brüssel.
eclipsed: Du bist jetzt 61 und hast Weggefährten wie Chris Cornell, Mark Lanegan, Kurt Cobain oder Layne Staley überlebt – obwohl du genauso viel Gas gegeben hast. Wie erklärst du dir das?
Greg Dulli: Ich schätze, ich hatte einfach Glück. Vielleicht habe ich auch rechtzeitig mit einigen schlechten Angewohnheiten aufgehört. Im Sinne von: Ich trinke nicht mehr – und um Drogen mache ich einen Bogen. Einfach, weil ich weiß, welchen Schaden sie anrichten. Ich habe viele Leute verloren, die mir eine Menge bedeutet haben. Das war mir eine Lehre.
eclipsed: Was verbirgt sich hinter „Soft Control“?
Reunions scheinen im aktuellen Rockbetrieb an der Tagesordnung. Die Zeiten, in denen Bands wie die Beatles oder Led Zeppelin sich ein für allemal trennten, sind vorbei. Wer heute auseinander geht, kommt auch wieder zusammen, es ist nur eine Frage der Zeit. Nicht selten findet die Trennung überhaupt nur statt, um sich eines – nicht allzu fernen – Tages wieder öffentlichkeitswirksam zu verbünden.
Viele dieser Reunions können wir getrost vergessen, denn sie haben so gut wie keine Bedeutung. Bei den Afghan Whigs ist es anders. Greg Dullis Truppe hat von Ende der Achtzigerjahre bis kurz vor der Jahrtausendwende eine erstaunliche Wandlung vom Garage Punk zum White Soul hingelegt. Als alles gesagt war, trennte sie sich. Anderthalb Jahrzehnte später kommt sie nun wieder zusammen, um – das muss unumwunden festgehalten werden – eine der gewichtigsten Platten ihrer Laufbahn hinzulegen.
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