ALAN J. BOUND - Space Rock zwischen Köln, Hendrix und dem Kosmos

23. Juni 2020

Alan J. Bound

ALAN J. BOUND - Space Rock zwischen Köln, Hendrix und dem Kosmos

2010 veröffentliche der Kölner Space Rocker Alan J. Bound sein drittes und letztes Studioalbum „Cosmology“, das nun zum 10-jährigen Jubiläum offiziell neu auf den Markt gebracht wird. Es bietet Space Rock pur, randvoll mit Gitarren und außerweltlichen Synthesizern. Der in Köln lebende Bound hatte auch einen prominenten Gast: CAN-Schlagzeuger Jaki Liebezeit. Gegenüber eclipsed erinnert sich Bound an das Album und gibt einen kleinen Ausblick in die Zukunft.

eclipsed: „Cosmology“ feiert jetzt sein 10-jähriges Jubiläum. Wie ist es zur Neuauflage des Albums gekommen?

Alan J. Bound: Ich bekam die Chance, das Album über Edel zu vertreiben. So kann man die CD bei Saturn und Media Markt bestellen. Davor war die Bestellung nur über Mailorder wie z.B. JFK möglich. Außerdem war es eine gute Gelegenheit an den verstorbenen Jaki zu erinnern.

eclipsed: Mit einem Abstand von 10 Jahren: Wie beurteilst du jetzt das Album?

Bound: Ich finde, es ist ein sehr abwechslungsreiches Album mit starken Songs. Der Sound des Highend Studios ist bei dieser Art Musik auch eher selten. Die außergewöhnlichen Drumpattern vom Jaki sind einzigartig. Man kann auch ganz einfach mal nur dem Jaki zuhören, wenn man will. Der Jaki hat fast nur noch Jazz gemacht, seine große Liebe. Das ist hier natürlich auch mit eingeflossen. Ein reduziertes Drumset gibt es auch nur beim Jaki und in seiner Band Drums Off Chaos. Am Ende hat noch Klaus der Geiger ein supertolles Solo eingespielt. Die CD hat also außer Gitarrenmelodien und Space Synthies noch einiges mehr zu bieten.

eclipsed: Auf dem Album sind dir so viele klare, prägnante Gitarrenmelodien gelungen. Wie fallen dir diese Melodien ein?

Bound: Ich mache meistens erst die Synth-Linien. Dann nehme ich diese mit in den Proberaum und jamme über die Tracks. Dabei entstehen dann Hooks oder Melodielinien, die man dann behält. Die Songs behalten ähnlich wie beim Jazz Improvisationsteile, die sich immer wieder verändern und auch variieren. Oft bildet sich so auch eine Ideallinie heraus, die man nur etwas stimmungsmäßig anpasst oder variiert. Das ist auch das Paradoxon des Jazz. Zuerst frei improvisierte Teile. Wenn der Song aber 30 Mal gespielt wurde, ist es doch immer eine ähnliche Ideallinie mit festen Themen. Dennoch fügt man immer neue Phrasen dazu und verändert. Miles Davis hat einfach immer nur etwas ganz anderes gemacht. So wird z.B. „Sketches Of Spain“ gar nicht mehr gespielt. Ist ja dann nicht mehr neu. Selbst Miles Davis hat irgendwann nicht mehr weitergewusst. 

eclipsed: Auch wenn du es wahrscheinlich schon oft beantwortet hast, dennoch: Wie bist du damals mit Jaki Liebezeit in Kontakt gekommen? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit ihm? Welche Erinnerungen hast du an ihn?

Bound: Ich kannte eine Freundin vom Jaki. Sie war der Meinung, dass ich mit dem Jaki aufnehmen sollte. Sie hat mich dann in den Keller des Kunsthauses [Anm: Kunsthaus Rhenania in Köln] geschleppt, wo einmal im Monat eine große Liveparty stattfand – mit Jaki. Oft auch zusammen mit Kunstausstellungen. Ich hatte den Eindruck, das Publikum damals war bereit, das Kunsthaus sofort wieder zu besetzen und zu verteidigen, so ist es auch entstanden. Damals lief es ganz gut an mit meiner CD „Moonglider“ und dem ZYX-Videosampler. Also habe ich ein Demo gemacht und es ihm gegeben. Das Demo war im Prinzip die CD ohne Schlagzeug. Hin und her und der Jaki war ja komplett überlastet. Dann fand ich das große WDR-Studio quasi direkt um die Ecke seines Proberaums im Stollwerk. Das hat ihm gefallen. Einen Termin zu finden war beinahe unmöglich. Die EMI kam und hat das Studio eben mal für drei Monate gebucht. Da steht man mit ein paar Studiotagen weit hinten in der Schlange und dann muss auch der Jaki Zeit haben. Der Jaki hat die Tracks alle hintereinander live eingespielt. Schlagzeugspielen kam an erster Stelle beim Jaki. Er hat immer wunderbar gespielt. Es gab eine wöchentliche Drums-Session, bei der ich Rhythmusgitarre gespielt habe. Unzählige Drums-Grooves, einfach so, stundenlang. Ich hätte am liebsten alles aufgenommen.

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