PETER BURSCH - Gitarrenlehrer der Nation

11. Dezember 2025

Peter Bursch Bröselmaschine

PETER BURSCH - Gitarrenlehrer der Nation

Der Duisburger Peter Bursch ist nicht nur Mitgründer, Gitarrist und Sänger der Band Bröselmaschine. Als Autor landete er einen wahren Bestseller mit seinem „Gitarrenbuch“, das ganz ohne Noten seit Jahrzehnten mit bekannten Songbeispielen aus Folk, Rock, Blues und Pop Nachwuchsgitarristen den Weg zum Erfolg ebnet. Anlässlich des 50. Jahrestags der Veröffentlichung sprachen wir mit dem Musiker über die Entstehungsgeschichte.

Du brauchst von nix ’ne Ahnung zu haben – leg einfach los!“ So macht Peter Bursch seit 1975 all jenen Mut, die mit dem Gedanken spielen, ohne große musikalische Vorkenntnisse in eine Rockband einzusteigen. Seit der Erstauflage von „Peter Bursch’s Gitarrenbuch“ sind weit über zwei Millionen Exemplare verkauft worden.

eclipsed: Peter, Du hast ab 1968 bei Bröselmaschine gesungen, Gitarre, Flöte und Sitar gespielt. Aber wann hast du überhaupt das Gitarrenspiel erlernt?

Peter Bursch: Die Bekanntschaft mit der Gitarre machte ich schon bei den Pfadfindern. So richtig los ging es bei mir, als der Mersey Beat populär wurde. Es gab in Duisburg einen Club, wo englische Bands spielten. Die waren schon weiter als wir – die spielten Rock’n’Roll! Mit 14, 15 Jahren habe ich da gesehen, wie die das machten. Ich stand immer in der ersten Reihe, beobachtete die Gitarristen auf der Bühne, habe mir die Griffe abgeguckt. Dann bin ich nach Hause geflitzt, habe das geübt. Das konnte hier damals kein Mensch spielen, denn diese Technik kannte keiner. So fing das an. Bald fragten mich andere in Duisburg: „Du spielst das so toll – kannst du mir das nicht mal zeigen?“ Und so habe ich früh angefangen, Gitarrenunterricht zu geben.

eclipsed: Stimmt es, dass dein erstes Gitarrenbuch quasi in Handarbeit im Selbstverlag entstanden ist?

Bursch: (lacht) Ja, so ungefähr. Im Gitarrenunterricht habe ich zu Anfang alles aufgemalt, an die Tafel geschrieben. Dann kam bald der Vorschlag von den Schülern: „Kannst du nicht mal ein Heft machen, damit wir nicht so viel abschreiben müssen?“ Da war ich schon viel mit Bröselmaschine unterwegs, hatte wenig Zeit. Aber eines Tages, nachdem die Kinder im Bett waren, fing ich an, alles aufzuschreiben, was ich so im Kopf hatte. So entstand das erste Gitarrenheft mit ungefähr 50 Seiten und einigen Songs drin. Die Didaktik war da schon ganz gut zu sehen. Dieses erste Heft wurde dann in einer Kleinauflage von 40 oder 50 Exemplaren mithilfe eines befreundeten Druckers und meiner Schüler gedruckt und zusammengetackert.

eclipsed: Bis zum ersten „Gitarrenbuch“ hat es dann noch einige Jahre gedauert. Warum haben die Verlage nicht gleich zugestimmt? 

Bursch: Nachdem sich in Duisburg und Umgebung herumgesprochen hatte, wie gut sich nach dem Heft lernen lässt, bekam ich haufenweise Bestellungen. Das konnte ich gar nicht leisten. Da habe ich bei einer Tournee mit Bröselmaschine gedacht: „Jetzt gehst du mal zu den großen Musikverlagen wie Schott oder Sikorski und fragst dort nach, ob sie das übernehmen können.“ Aber überall rümpfte man nur die Nase, weil in meinem Gitarrenbuch keine Noten vorkamen. „Ohne Noten kein Gitarrenbuch“ – so sprachen die Verlage. Das fand ich total schwachsinnig. Denn in der Rockszene, in der ich mich bewegte, konnte kein Mensch Noten lesen, wir spielten einfach drauflos. Das haben die Verlage nicht begriffen.

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