RICK WAKEMAN - Rückkehr zum Mars

4. Oktober 2026

Rick Wakeman Yes Prog

RICK WAKEMAN - Rückkehr zum Mars

Von 1971 bis 2018 stand Rick Wakeman mit einigen Unterbrechungen bei Yes an den Tasten und prägte den Sound der Prog-Giganten entscheidend mit. Kein Wunder also, dass sein Gesicht (neben denen von Keith Emerson und Jon Lord) auf dem Titel der eclipsed-Ausgabe Nr. 279 prangte, in der wir ausführlich „Die größten Keyboarder aus Rock & Prog“ würdigten. Zum Gespräch über sein neues Album „Return To The Red Planet“ meldete sich der Brite bestens gelaunt aus seinem Haus in der Grafschaft Suffolk. 

eclipsed: Nach dem komplett aus Piano-Instrumentals bestehenden Soloalbum „Melancholia“ erfreust du uns nun wieder mit Progrock in Form der Fortsetzung zu „The Red Planet“ (2020). Wie kam es dazu?

Rick Wakeman: Die auf „Return To The Red Planet“ Mitwirkenden spielen allesamt auch in meiner Liveband. Seit unserer Arbeit am ersten Album sind sie alle ebenso fasziniert vom Mars wie ich. Wir alle verfolgen die ständig neuen Erkenntnisse, die die Menschheit über unseren Nachbarplaneten gewinnt, mit Enthusiasmus und Freude. Seit „The Red Planet“ gab es so viele neue Ergebnisse und Aufnahmen aus dem Orbit sowie von der Oberfläche, dass wir diese unbedingt musikalisch verarbeiten wollten.

eclipsed: Wo siehst du die größten Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger? 

Wakeman: Als wir anfingen, über ein zweites Album zu sprechen, waren wir uns einig, dass es ein echtes Bandprojekt werden sollte. „The Red Planet“ entstand, indem jeder für sich in seinem Heimstudio arbeitete. Dieses Mal wollten wir die Songs gemeinsam im selben Raum schreiben und dann auch zusammen aufnehmen. Nachdem ich im Juli 2025 die Grundgerüste ausformuliert hatte, trafen wir uns für drei Wochen im August und September, um aus diesen fertige Songs zu machen und sie einzuspielen. Das war ein deutlich organischerer Ablauf als beim Vorgänger. Wenn alle in einem Raum sind, kann man viel spontaner auf die Ideen der anderen reagieren und das Ganze dann auch gleich ausprobieren. Ich hatte großen Spaß an diesen Sessions. Es war fast wie damals in den 1970ern, als wir an Yes-Alben arbeiteten.

eclipsed: Ein weiterer gravierender Unterschied ist, dass es auf der neuen Platte einige Stücke mit Gesang gibt. 

Wakeman: Ja, ich hatte schnell das Gefühl, dass dies ein paar der Nummern guttun würde. Mit Ausnahme von „Bowie’s Vision“ handelt es sich dabei nicht um klassische Songtexte, sondern um deskriptive Worte. Die wunderbare Mollie Marriott, die Tochter meines leider schon vor vielen Jahren verstorbenen Freundes Steve Marriott, singt sie ganz wunderbar. Ich hatte zu den betreffenden Liedern jeweils ein paar Sätze geschrieben, die einfach den jeweiligen Ort auf dem Mars beschreiben, der sie inspiriert hat. Mollie tritt schon seit einer Weile mit uns auf. Sie hat auch sofort verstanden, was ich von ihr wollte. Prog ist nicht immer normal – manchmal kann es sein, dass der Gesang erst im letzten Drittel eines Stückes einsetzt und dann nur kurz dabei ist. Das war kein Problem für sie.

Rick Wakeman - Bowie's Vision | Return to the Red Planet

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