Von 1971 bis 2018 stand Rick Wakeman mit einigen Unterbrechungen bei Yes an den Tasten und prägte den Sound der Prog-Giganten entscheidend mit. Kein Wunder also, dass sein Gesicht (neben denen von Keith Emerson und Jon Lord) auf dem Titel der eclipsed-Ausgabe Nr. 279 prangte, in der wir ausführlich „Die größten Keyboarder aus Rock & Prog“ würdigten. Zum Gespräch über sein neues Album „Return To The Red Planet“ meldete sich der Brite bestens gelaunt aus seinem Haus in der Grafschaft Suffolk.
eclipsed: Nach dem komplett aus Piano-Instrumentals bestehenden Soloalbum „Melancholia“ erfreust du uns nun wieder mit Progrock in Form der Fortsetzung zu „The Red Planet“ (2020). Wie kam es dazu?
Um Musik geht es eigentlich nur am Rande. Stattdessen spricht John Mitchell, das Mastermind hinter Lonely Robot, über Science-Fiction-Filme, seine Lieblingssorte Cola – und Katzen. Sein Kater, sagt er, schleiche sich bei jedem seiner Zoom-Interviews ins Bild. „Sag ehrlich, sehe ich schon aus wie ein verrückter Schurke aus einem James-Bond-Film?“ Der Vergleich passt. Nach einem Brandunfall in seinem Haus musste der Multiinstrumentalist in eine Wohnung ziehen, die wie ein kurioses Geheimversteck wirkt. Auf Keyboards und Synthesizern stapeln sich Festplatten, auf der Couch liegen Gitarren. Chaos mit kreativer Komponente. „Ich arbeite nicht wirklich bewusst“, bestätigt der Ire. Dafür weiß er sich trotzdem gut zu beschäftigen.
Die süddeutsche Formation Sammelsurium folgt seit Langem ihrem eigenen Weg – mit stilistischen Grenzgängen, wechselnden Lebensumständen, langen Pausen und erstaunlicher Beharrlichkeit. Jetzt liegt mit „Trilogie 2026“ ein 3CD-Set vor, das die musikalische Entwicklung von 1999 bis 2025 dokumentiert. Es ist das klingende Archiv einer Band, die sich nie einfach kategorisieren ließ.
1973 erschien mit „In A Glass House“ eines der bahnbrechenden Alben des Prog, das auch für seine Schöpfer, die britische Band Gentle Giant, ein Schwellenwerk war, das sie in eine damals noch ungewisse Zukunft katapultierte. Frontmann Derek Shulman empfängt uns via Zoom in seinem Arbeitszimmer und ist, wie sich herausstellen wird, mehr als begeistert, über ein Album zu sprechen, das er lange vermieden hat zu hören, aber nun zu den Glanzlichtern seiner Karriere mit Gentle Giant zählt.
„Posthumous Silence“ gilt bis heute als Referenzwerk im Œuvre der deutschen Artrocker Sylvan. Es ist das meistverkaufte im Bandkatalog, seit seinem Erscheinen geht kein Konzert ohne einen Beitrag aus dem Konzeptalbum von 2006 über die Bühne. Nun, zum 20-jährigen Jubiläum, ist die Zeit für die erste Vinyl-Ausgabe gekommen. Inklusive begleitender Tournee. Ein Gespräch mit Bassist Sebastian Harnack.
Es war ein langer Weg bis zum Debüt. Vor knapp zehn Jahren fanden sich mit Exploring Birdsong drei Musikstudenten zusammen, die mit ihrem ungewöhnlich instrumentierten Gemisch aus Prog und Artpop sofort auffielen. Statt Gitarre rückten sie das Klavier von Frontfrau Lynsey Ward ins Zentrum, zu hören auf ihren ersten EPs. Jetzt erscheint mit „Every House We Built“ das erste Werk des Liverpooler Trios auf Albumlänge: nuanciert, abwechslungsreich und mit dichtem Konzept, das Häuser als Analogie für menschliche Beziehungen verwendet. „Für uns ist es eine aufregende Zeit“, sagt Drummer Matt Harrison, „weil viele Leute erst jetzt unsere Musik entdecken.“
eclipsed: Hallo Lynsey, hallo Jonny, hallo Matt. Wir leben in politisch wie sozial unruhigen Zeiten. Wie erlebt ihr all das gerade?
Thomas Klarmann, Komponist und Keyboarder bei der deutschen „Canterbury“-Band Argos, ist Fan der Progrocker Fruupp, die in den 1970ern unter anderem als Support für Genesis und King Crimson wirkten. Besonders deren letztes Album „Modern Masquerades“ hat es ihm angetan. Produziert von Ian McDonald (King Crimson und Foreigner), war es um Klassen besser als seine drei Vorgänger. Nun hat es dazu beigetragen, dass Fruupp und Argos in einem Atemzug genannt werden können. Denn im Re-Release-Booklet von „Modern Masquerades“ wird eine fünfte Platte mit dem Titel „Doctor Wilde’s Twilight Adventure“ erwähnt, die wegen der Auflösung der Band nie zustande kam.
Auch wenn Sänger Peter Nicholls leicht erkältet ist und alles tut, um sich für den zweiten Abend des Aschaffenburger IQ Weekenders zu schonen, geraten er und Bandmastermind Mike Holmes beim äußerst angenehmen Interview in einem gemütlichen Künstlercafé angesichts ihres neuen Albums „Dominion“ ins Schwärmen. Grund genug haben sie – nicht nur wegen des Albums, sondern auch wegen des überaus gelungenen Konzerts.
eclipsed: Euer letztes Album trug den Titel „Resistance“, das neue heißt „Dominion“. Beide Titel gehen in eine ähnliche Richtung: Man kann sie politisch deuten, man kann sie aber auch – so verstehe ich die Texte – als Verarbeitung persönlicher Kämpfe interpretieren.
Obwohl sie schon seit Ende der Neunziger aktiv sind, haben Dilemma bislang nicht den Sprung ins große Rampenlicht geschafft. Was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass ihr neues Album „The Purpose Paradox“ das gerade mal dritte in all der Zeit ist. Nun jedoch könnte ihre Bekanntheit einen Schub bekommen. Nicht nur, weil die Reaktionen auf das Konzeptwerk hervorragend ausfallen, sondern auch, weil die Band zwei neue, renommierte Mitglieder in ihren Reihen weiß: Sänger Wudstik (Jermain van der Bogt) ist auch bei For All We Know aktiv und steht zudem auf der Liste der Gastsänger von Ayreon.
Es ist schon eine geraume Weile her, dass über die Sommermonate eine derartige Dichte an hochkarätigen Prog-Alben erschienen ist. Wir haben für dieses Genre-Kaleidoskop mit Ritual, Jadis, Legacy Pilots, Seven Steps To The Green Door, Kaipa, Focus, Barock Project, Karfagen und Argos neun Bands aus sechs Ländern zusammengefasst, die sich im klassischen Progressive Rock verorten bzw. dort ihre Herkunft sehen. Hinzu kommen weitere Acts, die eher im New Artrock unterwegs sind, wie Airbag, Marco Glühmann sowie aktuell Tim Bowness und MEER, die wir an anderer Stelle in dieser Ausgabe featuren. Bevor wir auf die einzelnen Bands eingehen, sprechen wir mit Clemens Väth, der neben seinem Mailorder Just For Kicks Music gleichzeitig auch den Vertrieb für einige progressive Acts übernimmt.
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eclipsed befasst sich dabei eingehend mit den Rockgrössen der 60er und 70er in den Bereichen Artrock, Prog, Psychedelic, Blues, Classic, Hardrock uvm. genauso wie mit der aktuellen Szene in diesen Bereichen.
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