SOEN - Songs statt Ego

9. Februar 2026

Soen

SOEN - Songs statt Ego

Mehr Eingängigkeit, weniger Komplexität: Einst galt die schwedische Band als große Hoffnung des extravaganten Progmetal, jetzt ist sie gradlinig und stolz darauf. Mit ihrem siebten Album „Reliance“ entwächst das Quintett endgültig seinen musikalischen Wurzeln. Dabei seien sie heute mehr denn je bei sich selbst angekommen, meinen Sänger Joel Ekelöf und Drummer Martin López.

Es ist ein trüber Herbstabend in Berlin. López und Ekelöf lümmeln auf einer Couch im Büro ihrer Promo-Firma, als sie sich zum Interview in den Videocall einwählen. Joel Ekelöf, der einstige Frontmann von Willowtree, sitzt vorgebeugt da, als wolle er förmlich in die Kamera kriechen. Martin López, der bis 2005 bei Opeth am Schlagzeug saß, scheint hingegen fast in den Kissen zu versinken. Sie sind das kreative Duo hinter Soen, der Band, die López vor gut 20 Jahren mit dem amerikanischen Bass-Virtuosen Steve Di Giorgio (u.a. Mitglied von Death und Testament) gründete. Sie wirken müde, wortkarg, ausgelaugt, waren den ganzen Tag damit beschäftigt, über ihre Musik zu sprechen.

Im krassen Kontrast dazu steht „Reliance“, Soens aktuelles Album, das überhaupt nicht verschlafen ist, sondern aufgeweckten Metal bietet, den die Band mit erhabenen Melodien, dynamischen Rhythmen und pfeilschnellen Soli verfeinert. Es führt konsequent die Ideen fort, die Soen auf dem Vorgänger „Memorial“ entwickelten. „Wir haben unsere Arbeitsweise nicht geändert, sondern optimiert“, bestätigt Ekelöf. „So gesehen war ‚Memorial‘ beinahe wie ein Probelauf für ‚Reliance‘.“

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