Protestmusik aus dem Reich der Fabelwesen: Auf „In Times Of Dragons“, ihrem ersten regulären Studioalbum seit 2021, wettert Tori Amos gegen die Steigbügelhalter der Trump-Regierung wie Tech-Milliardäre des Silikon Valley und verpeilte MAGAHardliner. Ein Rundumschlag auf subtil-subversive Weise mit einer wahren Flut an Songs: 17 Stücke in knapp 76 Minuten – Masse trifft Klasse.
Seit Mitte der 90er lebt Tori Amos im britischen Cornwall. Doch was in ihrer alten Heimat USA passiert, verfolgt die Tochter eines Methodisten-Pfarrers aus Maryland sehr genau. „Amerika erlebt gerade ein echtes Trauma“, erklärt sie. „MAGA hebelt nach und nach alle demokratischen Institutionen aus, was viele Menschen nie für möglich gehalten hätten. Dabei wurde alles von langer Hand vorbereitet, und die Gefahren waren wohlbekannt.“
In den letzten zehn Jahren hat es sich Tori Amos in ihrer Nische sehr bequem gemacht: Zwei eher schwache reguläre Alben, die sehr schematisch wirkten, ein gelungener, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftiger Ausflug in E-Musik-Gefilde, dazu ein Weihnachtsalbum und zuletzt eine Einspielung alter Songs im Klassik-Gewand. Insofern muss „Unrepentant Geraldines“ als Rückkehr zu alter Klasse gesehen werden.
Die Dänin Majke Voss Romme ist immer wieder überrascht, mit wem sie so alles verglichen wird. Frau am Klavier – da drängt sich doch Tori Amos als Einfluss auf? „Tatsächlich habe ich zum Beispiel von ihr erst durch Musikjournalisten erfahren. Viel kenne ich nicht von ihr, aber ich mag, was sie macht.“ Stellt sich also die Frage, welche Musikerinnen dann wichtig für sie sind. „Ich liebe die Musik von Stina Nordenstam, einer schwedischen Sängerin und Songwriterin, außerdem von Nina Simone und PJ Harvey. Als Kind habe ich auch gerne Whitney Houston, Toni Braxton und die Spice Girls gehört. Aber inwieweit das mein kreatives Schaffen beeinflusst hat, kann ich nicht sagen.“
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