„Triangulation“ heißt das Comeback-Album der Steve Morse Band. Erstmals seit 2009 frönt der 71-jährige Gitarrist darauf wieder gemeinsam mit seinen Kollegen Dave La-Rue (Bass) und Van Romaine (Schlagzeug), unterstützt von exquisiten Gästen, der instrumentalen Freiheit. Ein für ihn wichtiger Schritt nach einer schweren Zeit.
eclipsed: Steve, du kehrst gerade von einer Tour mit deiner Band zurück. Wie war’s?
Steve Morse: Es hat Spaß gemacht. Es war das erste Mal, dass ich einen zusätzlichen Musiker mit auf Tour hatte, Angel Vivaldi an der Gitarre. So konnten wir beispielsweise die beiden Duette mit Eric Johnson und John Petrucci vom neuen Album integrieren. Angels Soli orientierten sich stilistisch an den beiden, er kopierte sie aber nicht, sondern spielte seine eigenen.
eclipsed: Wurden die Duette eigens für die beiden Gitarristen geschrieben?
Morse: Ja und nein, würde ich sagen. Für Eric Johnson hatte ich eine andere Idee vorgesehen. Aber als sie gewissermaßen „versandfertig“ war, hörte ich sie mir nochmals an und fand, dass sie die Vibes von Eric nicht ganz einzufangen vermochte. Also schrieb ich eine von Grund auf neue Nummer. Was John Petrucci anbelangt, passte die Nummer, die ich im Kopf hatte. Ich machte daraus aber viele einzelne Teile, sodass wir uns alle paar Takte den Ball zuspielen konnten. Dieses nahtlose Zusammenspiel fand ich sehr cool, und John ist für mich der versierteste, perfekteste Gitarrenpicker, den es gibt.
eclipsed: Wann kam dir die Idee, ein neues Album der Steve Morse Band anzugehen?
Morse: Na ja, sagen wir es so: Es gab Covid. Dann wurde der Zustand meiner kranken Frau in sehr kurzer Zeit kritisch, was dazu führte, dass ich Deep Purple verließ. Und schließlich ihr Tod, der doch sehr plötzlich kam. Nach all dem hatte ich das Bedürfnis, etwas Positives zu erschaffen, etwas, bei dem es mir Freude bereiten würde, daran zu arbeiten. Musik ist sehr heilend. Ach so, und Dave erinnerte mich daran, dass wir alle 16 Jahre ein Album rausbringen sollten. (lacht)