JOHN FOGERTY - Die Befreiung

JOHN FOGERTY - Die Befreiung

Wer je das Vergnügen mit ihm hatte, weiß: John Fogerty war nie einfach – weder als Mensch noch als Interviewpartner. Ein Grund dafür: viel Frust über die eigene Naivität in jungen Jahren. Die hat den heute 80-Jährigen sämtliche Rechte an seinen Songs gekostet und zu astronomischen Anwaltskosten geführt. Beim Interview in London anlässlich der Veröffentlichung des Albums „Legacy: The Creedence Clearwater Revival Years“ wirkte der Altmeister aber locker und umgänglich.

eclipsed: Wie verliert man eigentlich die Rechte an seinen Songs – wie kann so etwas passieren? 

John Fogerty: Na ja, als Creedence 1967 einen Plattenvertrag unterschrieben, befand sich darin ein Passus, der besagte, dass wir alle Songs, die wir schreiben, auf das Label übertragen, also auf unsere Rechte verzichten. Nur war das so formuliert, dass wir es damals nicht verstanden haben, weil wir zu jung und unerfahren waren. Nachdem sich die Band getrennt hatte, dachte ich eigentlich, ich wäre frei. Aber dem war nicht so – ich war auch als Solist gebunden, was mich über Jahrzehnte zu einem ziemlich unglücklichen und wütenden Menschen gemacht hat. Ich habe ein Vermögen für Anwälte ausgegeben – ohne Erfolg. Und ich habe die alten Stücke nie live gespielt, weil ich das nicht konnte. Es tat zu sehr weh.

eclipsed: Wann hat sich das Blatt gewendet? 

Fogerty: Vor zwei Jahren, als sich meine Frau Julie eingeschaltet hat. Ich selbst hatte das schon abgeschrieben, weil ich alles versucht hatte. Doch das änderte sich schlagartig, als Bob Valentine neuer CEO bei meinem Label Concord wurde. Er ist umgänglicher als seine Vorgänger und hat mich von diesem Fluch befreit. Jetzt bin ich so glücklich wie nie. Es ist eine neue, aufregende Zeit für mich.

eclipsed: Für „Legacy: The Creedence Clearwater Revival Years“ hast du 20 Songs aus dem Katalog neu aufgenommen. Geschah dies, um dir die Rechte daran zurückzuerobern? 

Fogerty: Ganz genau. Das kam ebenfalls von Julie. Ich war zunächst wenig begeistert davon. Aber da mein 80. Geburtstag anstand, schien das keine schlechte Idee zu sein – zumal es sich als echte Herausforderung erwies, als Sache, die gar nicht so einfach war. Ich musste mich da wirklich reinknien, um die Songs so originalgetreu wie möglich hinzukriegen, also mit der Energie und Leidenschaft eines 20-Jährigen. Dafür habe ich mehrere Anläufe gebraucht, bis ich zufrieden war. Und das Entscheidende ist, dass man hört, wie viel Freude ich an den Songs habe und dass sie mir immer noch viel bedeuten.

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