Um Musik geht es eigentlich nur am Rande. Stattdessen spricht John Mitchell, das Mastermind hinter Lonely Robot, über Science-Fiction-Filme, seine Lieblingssorte Cola – und Katzen. Sein Kater, sagt er, schleiche sich bei jedem seiner Zoom-Interviews ins Bild. „Sag ehrlich, sehe ich schon aus wie ein verrückter Schurke aus einem James-Bond-Film?“ Der Vergleich passt. Nach einem Brandunfall in seinem Haus musste der Multiinstrumentalist in eine Wohnung ziehen, die wie ein kurioses Geheimversteck wirkt. Auf Keyboards und Synthesizern stapeln sich Festplatten, auf der Couch liegen Gitarren. Chaos mit kreativer Komponente. „Ich arbeite nicht wirklich bewusst“, bestätigt der Ire. Dafür weiß er sich trotzdem gut zu beschäftigen.
Einst reaktivierte er It Bites, außerdem ist er Teil der Prog-Supergroups Arena und Frost*. Zuletzt trat er bei Asia in die Fußstapfen von Steve Howe. Und dann gibt es da eben noch Lonely Robot, im Prinzip sein Solo-Projekt, mit dem er instrumentalen Anspruch und melodiöse Vielfalt vereint. „An Ending“ heißt das sechste Album, und der Name täuscht nicht: Es beinhaltet die letzten Songs, die unter diesem Namen erscheinen werden. Eigentlich, erzählt Mitchell, habe er nur drei Alben als Lonely Robot aufnehmen wollen, allerdings drängte ihn seine Plattenfirma, weiterzumachen. „Also entschloss ich mich, noch eine Trilogie aufzunehmen. Einfach, um meinem nerdigen Selbstanspruch gerecht zu werden.“ Entstanden ist ein Werk, das gut als stilistische Zusammenfassung von Mitchells bisherigem Schaffen gesehen werden kann. Da gibt es proggigen Pop („Twin Suns“), breitwandige Balladen („Bending Light“) und exquisite Gitarrensoli („Show The Way“). Schwer zu sagen, ob nun bewusst oder unbewusst.