April 2014

BEN WATT „Hendra“

28. April 2014

Ben Watt

Es gibt seltsame Geschichten im Rock-Biz und diese ist sicher eine davon: Ben Watt, zwanzig Jahre lang musikalischer Kopf des Pop-Duos Everything But The Girl, dann als DJ international erfolgreich, entscheidet sich nach schwerer Krankheit, eine Auszeit von seinem Plattenaufleger-Alltag zu nehmen und ein zurückgenommenes Folk-Album aufzunehmen. So weit so gut. Dass dabei aber eine solch unkonventionelle, emotionale, lyrische Platte herauskommen würde, grenzt an ein Wunder.

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BEVIS FROND „High In A Flat“

28. April 2014

Bevis Frond Backkatalog

Die Scheibe bildet den Auftakt zu einer dreijährigen Reissue-Offensive aller Bevis-Frond-Alben. Wer den gewaltigen Output von Nick Saloman kennt, weiß, welche Mengen da kommen werden. Gegenüber anderen Vertretern der Neo-Psych-Szene ist der Lo-Fi-Ansatz bei Bevis Frond offensichtlich, denn bei fast allen Songs spielte Saloman sämtliche Instrumente im Heimstudio selbst (natürlich um Geld zu sparen!), was zu Beschränkungen im Klang, aber auch interessanten Ausdrucksmöglichkeiten führte.

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BOYFRNDZ „Breeder“

28. April 2014

Boyfrndz

Das Album rutscht durch. Das meint nicht, dass es keinen Eindruck hinterlässt, ganz im Gegenteil. „Breeder“, das zweite komplette Release des Quartetts aus Austin, Texas fasziniert mit einem hypnotischen Sound. Sämtliche Tracks sind überladen mit Zutaten aus allen erdenklichen Rockgenres. Klingt es manchmal so, als hätten sich Siouxsie And The Banshees in ihrer frühen Phase an einem sperrigen Kate-Bush-Spätwerk vergangen, entwickeln sie dabei immer noch einen unglaublichen Groove.

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CALIFORNIA BREED „California Breed“

28. April 2014

California Breed

Wut rauszuschreien scheint das Motiv hinter dem Opener „The Way“. Wut über das unfreiwillige Ende von Black Country Communion. Jener Band, in der sich die in Kalifornien wiedergefundenen Mittelengländer Glenn Hughes und Jason Bonham drei Alben lang vergnügten und die aus Business-Gründen nicht ohne Joe Bonamassa weiterbestehen konnte. Das Debüt von California Breed ist aber nicht einfach nur ein viertes BCC-Album unter anderem Namen.

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EELS „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“

28. April 2014

Eels

Das letzte Eels-Album „Wonderful, Glorious“ ist noch nicht ganz trocken, da legt der Workaholic E schon mit der nächsten Scheibe nach. „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ ist die Antithese des ruppigen Vorgängerwerks, ruhig, balladesk, durchdacht, aufwendig arrangiert. Nicht nur der Klang, auch die Melodieführung erinnert an späte Beatles-Alben.

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IQ „The Road Of Bones“

28. April 2014

IQ Album des Monats

Es hat sich einiges getan in den fünf Jahren seit „Frequency“: Mit Neil Durant ist ein neuer Keyboarder eingestiegen, und Urbassist Tim Esau ist zurückgekehrt. Die Livefeuerprobe hat die neu formierte Band längst bestanden, und nun liefert sie mit „The Road Of Bones“ wieder eines der Alben ab, für die Fans sie seit den frühen Achtzigern schätzen: Progressive Rockmusik mit düsterem Einschlag, komplex arrangiert, wunderbar produziert und mit einem Peter Nicholls, der gesanglich ein ums andere Mal über sich hinauswächst.

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KLADIVO KONJ IN VODA „Vidov Ples“

Folk aus dem ehemaligen Jugoslawien zählt zu den Themen, die bislang nur am Rande Erwähnung fanden. Eine Schande, denn das Album aus dem Jahr 1983 wirkt wie ein wärmender Sonnenstrahl. Weiblicher/männlicher Gesang in der Landessprache, Flöten, Violinen und kunstvoll gespielte Akustikgitarren stehen für einen Sound, der tief in der Tradition des Landes wurzelt, aber behutsam modernisiert wurde.

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LAZULI „Tant que l’herbe est grasse“

28. April 2014

Lazuli

Drei Jahre ist es her, dass die französischen Ethno-Progger Lazuli ihr letztes Studioalbum „(4603 Battements)“ veröffentlichten, auf dem sie ihre Mischung aus Progrock und Weltmusik weiter perfektioniert hatten. Bei der aktuellen CD „Tant que l’herbe est grasse“ („Solange das Gras wächst“) agiert das Quintett noch einen Ticken zugänglicher, ohne jedoch die eigenen Wurzeln zu verleugnen. Mit „Déraille“ gelingt ihm ein kraftvoller Einstieg, der Weltmusik-Einflüsse mit chansonesken Anklängen und rockiger Energie verbindet.

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LUKE HAINES „Baader Meinhof“

28. April 2014

Luke Haines Backkatalog

Waren Luke Haines’ Auteurs eine musikalisch limitierte Band oder hoch interessant und experimentell? Diese Frage kann eigentlich jeder Hörer nur für sich beantworten. Zumindest hat Mr. Haines sein Publikum immer provoziert, wie sein Soloalbum, aufgenommen 1996, belegt. Die textliche Aufarbeitung der Baader-Meinhof-Gruppe wird von unerwarteter Musik untermalt.

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MEENA & THE CHRIS FILLMORE BAND „Tell Me“

Die österreichische Sängerin Meena begann ihre Karriere deutlich erkennbar mit einem schillernden Vorbild: Janis Joplin. Auf ihrem neuen Album ist dieser Einfluss noch hörbar, allerdings zeigt sie inzwischen deutlich mehr Eigenständigkeit. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Produktion. Hier wurde analog gearbeitet, was sich stark auf die Wärme und Natürlichkeit der Musik ausgewirkt hat.

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