Vier Jahre sind nach der völlig unerwarteten Porcupine-Tree-Union vergangen. Eine Reunion, an der Bassist Colin Edwin und der PT-Live-Gitarrist John Wesley nicht teilnehmen durften. Nun melden sich die beiden zurück mit ihrer Band Voyage 35, mit der sie ab September alte Porcupine-Tree-Songs aus den Anfangsjahren der Band bis einschließlich „Stupid Dream“ live in neuem Gewand präsentieren wollen.
Is this trip really necessary?“ Mit dieser Frage endet die „Phase II” von „Voyage 34“, jener vierteilige, insgesamt 60-minütige Porcupine-Tree-Track (ursprünglich 1992 und 1993 auf zwei Vinyl-EPs veröffentlicht), der Colin Edwin und John Wesley als Namensgeber für ihre neue Band Voyage 35 diente. Dass dieser Trip, diese Reise, auf die sich die beiden begeben, wirklich nötig ist und was dahintersteckt, verrät ein sichtlich aufgeräumter Colin Edwin, voller Vorfreude auf die kommenden Ereignisse.
eclipsed: Wer hatte die Idee zu Voyage 35?
Am liebsten hätte Steven Wilson einen musikalischen Diplomatenpass – einen Blankoschein, tun zu können, was immer er will, ohne sich um Genres zu scheren. Diesem Ansatz folgt auch sein siebtes Studiosolowerk „The Harmony Codex“. Der Brite selbst bezeichnet es als „definitives Steven-WilsonAlbum“, weil es all das beinhalte, was ihn über die Jahrzehnte musikalisch ausgezeichnet habe. Da zu dem, was ihn als Menschen und Musiker ausmacht, Porcupine Tree und Pink Floyd ebenso gehören wie die Beschäftigung mit grundlegenden Fragen oder aktuellen gesellschaftlichen Problemen, kommt all dies auch in den Interviews zur Sprache, die unsere Autoren Marcel Anders und Bernd Sievers mit ihm geführt haben.
Kaum zu glauben: Porcupine Trees achtes Album „In Absentia“ ist nun auch schon 20 Jahre alt. Mit diesem Werk stießen die Briten in eine neue künstlerische Sphäre vor. Die Integration von härteren Sounds erwies sich nicht nur als Geniestreich, sondern beeinflusste das gesamte Genre des New Artrock und fand zahllose Nachahmer. „In Absentia“ gilt heute als Meilenstein, nicht nur für die Band. Und dabei ging der Start für dieses Album gründlich in die Hose. Die Band überstand die selbst verschuldete kritische Situation. Zum Glück.
Der ehemalige Porcupine-Tree-Bassist COLIN EDWIN mischt bereits seit 25 Jahren noch in diversen anderen, immer wieder neuen Projekten mit. Für viele Porcupine-Tree-Fans war Colin Edwin immer der lächelnde Mann im Hintergrund, der für geschmackvolle Basslinien sorgte und ein unverzichtbarer Bestandteil der Band war. Anlässlich der Reunion seiner Ex-Kollegen möchten wir die Möglichkeit nutzen, um auf die vielen Nebenprojekte aufmerksam zu machen, bei denen der gebürtige Australier involviert war bzw. ist. Obendrein verriet uns der 51-Jährige auch, was er vom Comeback seiner drei ehemaligen Mitstreiter hält.
eclipsed: Vor 25 Jahren hast du damit begonnen, in anderen Bands abseits von Porcupine Tree zu spielen. Die erste war Ex-Wise Heads, die du mit dem Multiinstrumentalisten Geoff Leigh gegründet hast, der einst Mitglied von Henry Cow war. Wie kam es dazu?
November 2021: Porcupine Tree geben überraschend bekannt, dass Ende Juni 2022 ihr neues Studioalbum „Closure/Continuation“ erscheinen wird – mehr als zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Vorgängers „The Incident“ (2009) sowie nach unzähligen Solo- und anderweitigen Projekten von Steven Wilson, Richard Barbieri, Gavin Harrison und Colin Edwin und wiederholten Dementis bezüglich einer möglichen Reunion. Von Ende der 90er-Jahre an gehörten Porcupine Tree über ein Jahrzehnt lang zu den stilprägenden Bands des New Artrock, und ihr Einfluss ist in diesem Genre bis heute spürbar. Knapp zehn Jahre lang arbeitete die Band heimlich an dem neuen Album, von dem selbst Bassist Colin Edwin nichts wusste, der nun nicht mehr zur Band gehört.
Ex-Japan und Ex-Porcupine Tree-Keyboarder Richard Barbieri legt mit „Under A Spell“ sein viertes Soloalbum vor. Wieder einmal ist dem stillen Briten ein Album voller ungewöhnlicher Klänge, hypnotischer Grooves und einer außerweltlichen Atmosphäre gelungen. Im eclipsed-Interview lüftet er das Geheimnis seines größten Einflusses.
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