Als Iain Matthews in den Siebzigern nach Los Angeles kam, stand dem jungen Singer/Songwriter aus Lincolnshire die Welt offen. Tief verwurzelt in der britischen Folk-Szene um Sandy Denny und Richard Thompson, suchte er in den USA nach neuen musikalischen Horizonten. Dort lernte er Michael Nesmith kennen, der als Gitarrist der TV-Band The Monkees zum Popstar geworden war und gerade als Solokünstler durchstartete. 1973 produzierte Nesmith dann „Valley Hi“, das schnell zu Matthews’ größtem Hit avancierte. Bloß der Sänger selbst fremdelte mit dem allzu countryhaften Sound. „Mir ist klar, dass viele Leute es für mein bestes Album halten“, erzählt Matthews im Interview. „Aber mich hat der Stil immer gestört.“
Vor wenigen Tagen erst hat er in seiner holländischen Wahlheimat seinen 80. Geburtstag gefeiert, bei einem ausverkauften Konzert mit Weggefährten und Freunden. Aber es scheint, als hätte er sich selbst das größte Geschenk mit „Return To Tupper Street: Valley Hi Reimagined“ gemacht, einer Neuaufnahme jenes Albums. Begonnen, sagt Matthews, habe er damit schon vor zehn Jahren, als er mit der niederländischen Gruppe The Wild Verband die ersten fünf Songs einspielte. Dann aber verließ ihn der Mut. „Ich war besorgt, dass es niemand mögen würde. Doch ich habe schnell kapiert, dass ich es trotzdem durchziehen muss.“ Entstanden ist keine detailgetreue Neuaufnahme, sondern eine teils radikale Neuinterpretation.