JORDSJØ's wundersame Reise erreicht neue Höhen

JORDSJOS wundersame Reise erreicht neue Höhen

Spätestens seit „Nattfiolen“ (2019) sind Jordsjø unverzichtbarer Bestandteil der skandinavischen Retroprogger-Gilde. Das Kern-Duo Håkon Oftung (voc, fl, g, keys) und Kristian Frøland (dr, perc) umgibt sich für jedes Album mit einer Schar Gastmusiker und weiß sich von Werk zu Werk zu steigern. Passend zu seinem zehnjährigen Bestehen ist ihm mit seiner neunten Langrille sogar ein Quantensprung gelungen. Und das hat mehrere Gründe. Die Stücke zu „Pestkrønikene“ (so der Albumtitel) entstanden nämlich ganz anders als sonst. Darüber und noch so einiges mehr gibt das folgende Interview mit Oftung Auskunft.

eclipsed: Herzlichen Glückwunsch, Hakon, zu einem brillanten Album – meiner Meinung nach der bisher besten Veröffentlichung von Jordsjø. Würdest du mir da zustimmen?

Håkon Oftung: Wow, vielen Dank! Es ist schwer, unsere Alben zu bewerten, aber das neueste gefällt uns immer am besten (lacht). Das neue Album ist ganz anders, deshalb bin ich dieses Mal vielleicht etwas begeisterter. Und da es bei einem anderen Label in einem anderen Land erscheint, gewinnen wir vielleicht ein paar neue Fans.

eclipsed: Da ich diese Platte für so außergewöhnlich gut halte, war ich sehr überrascht zu lesen, dass das Material ursprünglich aus Studio-Outtakes bestand. Outtakes?! Solch brillantes Material war durch das Raster gerutscht? Warum? Oder habt ihr es so gründlich überarbeitet, dass es im Vergleich zum Original kaum noch wiederzuerkennen ist? Und wenn ja, was genau habt ihr gemacht?

Oftung: Kristian und ich haben unzählige Stunden auf seinem Bauernhof verbracht und alle möglichen Arten von Musik gemacht. Das neue Album besteht aus einigen Titeln, die aus den Jahren 2019 und 2020 stammen, während andere Stücke erst letztes Jahr geschrieben wurden. Ich schreibe ständig Musik, daher gibt es immer etwas, das man aufnehmen und vielleicht zu etwas Brauchbarem verarbeiten kann. Einige der Titel waren reine Instrumentalstücke und wurden auch so aufgenommen. Als wir uns dann entschlossen, sie zu veröffentlichen, dachten wir, es wäre cool, ein paar Gäste für den Gesang hinzuzunehmen

eclipsed: Wie seid ihr auf den Titel „Pestchroniken“ gekommen? Es ist erstaunlich, dass sich diese Outtakes zu einem zusammenhängenden Thema verknüpfen ließen. Hat sich das einfach so ergeben, oder musstet ihr bestimmte Songtexte entsprechend anpassen? Und worum geht es eigentlich? Was ist das Hauptthema des Konzeptalbums?

Oftung: Der Titel ist sowohl eine Anspielung auf die Schwarze Pest im Mittelalter als auch auf die „Pest“, die wir vor ein paar Jahren erlebt haben, auch wenn man das nicht allzu wörtlich nehmen sollte. Als wir merkten, dass daraus ein Album werden könnte, schrieb ich ein paar neue Stücke, um den Rest thematisch miteinander zu verknüpfen. Der Opener beispielsweise gibt gewissermaßen die Stimmung vor, mit Anspielungen auf korrupte Führung, Apokalypse und den passiven Zustand des menschlichen Geistes. Diese Themen werden im Laufe des Albums weiter vertieft, doch es entwickelt sich gewissermaßen hin zu Optimismus, innerem Frieden und einem Ausweg.

Das gesamte XXL-INTERVIEW ist Teil unseres ONLINE-ABOS >> https://www.eclipsed.de/de/abo

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