Juli 2014

AMON DÜÜL II „Düülirium“

21. Juli 2014

Amon Düül II

„Verrückt, verreckt, verratzt“, keift Renate Knaup, die schon vor Jahren ihren Krötenschwanz abgeworfen hat, im zweiten Song „Du kommst ins Heim“. „Düülirium“, ein feiner Titel für dieses Quasi-Comeback-Album der Münchener Krautrock-Institution, die hier in Bestbesetzung antritt (neben Knaup sind ihre langjährigen Mitstreiter Chris Karrer, John Weinzierl, Lothar Meid und Daniel Fichelscher mit von der Partie).

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BLUES PILLS „Blues Pills“

„Immer wenn er Pillen nahm“ hieß eine US-Fernsehserie, die 1967 in den USA als „Mr. Terrific“ und ab 1970 mit deutschem Titel im ZDF für Furore sorgte. Die Eltern der vier Blues Pills sind wahrscheinlich auch mit Stanley Beamish aufgewachsen, der durch Pillen Superkräfte bekam. Den Zeitraum, in der diese Serie über die Bildschirme flimmerte, kann man getrost als die musikalische Reverenzzeit der jungen Band bezeichnen.

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BORIS „Noise“

21. Juli 2014

Boris

Boris haben schon des Öfteren Angst und Schrecken verbreitet. Mit extremer Hardcore-Avantgarde, mit Sounds, die jenseits der Schmerzgrenze liegen. Wie radikal sie aber auch waren, stets haben sie Wert auf den künstlerischen Ausdruck gelegt. Doch der – hey, Boris sind Japaner! – war nicht immer leicht zu ertragen oder wenigstens nachzuvollziehen. Auf mehr als zwanzig Alben haben Boris, die sich nach einem Song der Melvins benannt haben, ihre Grenzen immer wieder gesprengt.

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CIRCLE „Leviatan“

21. Juli 2014

Circle

Ein Album lang waren Circle nicht mehr Circle, sondern überließen einer finnischen Darkmetalband ihren Namen. Und spielten in dieser Zeit als Falcon ein Album ein. Nun aber sind die einzig wahren Circle zurück. Die Herren Lehtisalo, Rättö, Westerlund und Leppänen (in Begleitung zweier weiterer Gitarristen) bezeichnen sich nun wahlweise wieder als Circle oder Circle (Ex-Falcon). Mit „Leviatan“ liegt nun ein neues Album der altbekannten finnischen Hardcore-Avantgarde-Psychedeliker vor.

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CURVED AIR „North Star“

21. Juli 2014

Curved Air

Curved Air zählen zu den dienstältesten britischen Progbands, doch schafften sie es nie in die erste Liga. Zwar landeten ihre LPs „Air Conditioning“, „Second Album“ und „Phantasmagoria“ in den Top 20 der britischen Charts, und mit der Single „Back Street Luv“ gelang ihnen 1971 sogar ein Singlehit. Doch danach konnte die Band nicht mehr an diese Erfolge anknüpfen. 1976 löste sie sich auf. 1990 kam es zu einem einmaligen Reunion-Konzert in London. 2008 fanden sich Curved Air in neuer Besetzung zusammen.

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EXCESSIVE VISAGE „Ruckus Array“

21. Juli 2014

Excessive Visage

Wie für ein gutes Essen muss man sich für die Klangkunst von Excessive Visage Zeit und Muße nehmen. Dafür wird man dann reich belohnt. Der Band aus Berlin gelingt Musik, die ihresgleichen sucht. Ihre Originalität rührt zunächst einmal daher, dass Sängerin Larissa Blau ihre (teils geträumten) poetischen Songtexte über die Abnormitäten der modernen Gesellschaft wie das lieblich-weibliche, naiv-verträumte Pendant zu Pere Ubus David Thomas intoniert.

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JOHN GARCIA „John Garcia“

21. Juli 2014

John Garcia Kyuss Vista Chino

„Garcia vs. Garcia“ war der vorher angekündigte Titel des seit Jahren stets verschobenen Soloalbums von John Garcia. Nun ist es doch noch fertig geworden und der Titel schlichter ausgefallen. Obwohl der Arbeitstitel gut zu dem Elf-Song-Zyklus gepasst hätte, denn musikalisch scheint es fast egal, unter welchem Banner Garcia agiert. Will sagen: Sein Solowerk ist nicht wirklich stilistisch anders als „Peace“, das letztjährige Album der Quasi-Kyuss-Reunion-Band Vista Chino.

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JOLIE HOLLAND „Wine Dark Sea“

21. Juli 2014

Jolie Holland

Die amerikanische Ausnahmemusikerin Jolie Holland schreibt fleißig an ihrem ganz eigenen „Female American Songbook“ weiter. „Wine Dark Sea“ ist besonders gelungen. Beim Proto-Blues von „On And On“ knarzt die Fender E-Gitarre genauso brillant wie bei Neil Young. Die Stimme erinnert am ehesten an Beth Hart, doch Holland operiert vokalartistisch eher auf Art von Lou Reed oder Tom Waits.

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KAUKASUS „I“

21. Juli 2014

Kaukasus

Das Trio Kaukasus ist ein weiteres Beispiel für die Vitalität der skandinavischen Progszene. Hier haben sich drei Musiker gefunden, die bereits mit Änglagård, White Willow und Motorpsycho für Furore gesorgt haben. Das Material für ihr Erstlingswerk „I“ entstand in der rekordverdächtigen Zeit von nur zwei Wochen und transportiert das Zusammenspiel der Beteiligten schon recht gut.

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MARGIN „Psychedelic Teatime“

21. Juli 2014

Margin Reviews

Um es gleich vorwegzunehmen: reine Psychedelic-Fans werden mit „Psychedelic Teatime“ weniger auf ihre Kosten kommen. Das Studioprojekt von Sänger/Multiinstrumentalist Lutz Meinert (u. a. For Your Pleasure) bietet eher eine stilvolle Hommage an die sphärisch-progressive Musik der 70er, wie sie von o. g. Acts zelebriert wurde. An frühe Eloy erinnernde Orgelklänge sind im ersten Track zu hören, der im weiteren Verlauf an den Opener von David Gilmours erster Soloplatte erinnert.

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