RUSH - Nie wieder Kompromisse

18. Mai 2026

Rush

RUSH - Nie wieder Kompromisse

Als das kanadische Trio 1976 ins Studio ging, um sein viertes Album aufzunehmen, sprach kaum etwas für einen Erfolg. Die Band war emotional ausgelaugt, die Plattenfirma erwartete hardrockige Hits. Doch statt sich mit dem Rücken zur Wand den kommerziellen Erwartungen zu beugen, kreierten Rush mit "2112" ein Sci-Fi-Konzeptwerk, mit dem sie zu sich selbst fanden. Zum 50. Jubiläum blicken wir zurück auf die richtungsweisendste Platte der HeavyProgger – und wagen einen Ausblick auf die Reunion und die bevorstehende Tour mit exklusiven Interviews mit Geddy Lee und der neuen Drummerin Anika Nilles.

Und plötzlich ergab alles einen Sinn. Die frühen Siebzigerjahre hatten Rush bis an ihre Grenzen gebracht. Unterdurchschnittliche Plattenverkäufe und mies besuchte Konzerte hatten ihnen den Wind aus den Segeln genommen, außerdem gab es kreative Differenzen mit ihrem Label. Aber als sie 1976 „2112“ aufnahmen, fügte sich plötzlich alles zusammen. Zum einen wegen der Musik: die donnernden Drums, die fein ziselierten Riffs, der grelle Gesang. Und zum anderen wegen des ambitionierten Konzepts, das um eine dystopische Zukunftsvision kreiste.

Das Album geriet zum Akt der Rebellion und stellte gleichzeitig eine Neuerfindung für die junge Band dar. Indem sie den Hardrock ihrer Anfänge um progressiven Anspruch, augenzwinkernden Spielwitz und lyrische Tiefe ergänzten, erschufen sie eine Art Blaupause für den Sound, der sie für Jahrzehnte auszeichnen würde. Oder wie Gitarrist Alex Lifeson es einst ausdrückte: „Hier klangen wir zum ersten Mal wie Rush.“ Um der Platte und ihrem strahlenden Einfluss gerecht zu werden, lohnt der Blick zurück in die trüben Schatten, die „2112“ vorausgingen.

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