Aktuelles Heft

29. Mai 2014

Broken Twin , Tori Amos , PJ Harvey

Die Dänin Majke Voss Romme ist immer wieder überrascht, mit wem sie so alles verglichen wird. Frau am Klavier – da drängt sich doch Tori Amos als Einfluss auf? „Tatsächlich habe ich zum Beispiel von ihr erst durch Musikjournalisten erfahren. Viel kenne ich nicht von ihr, aber ich mag, was sie macht.“ Stellt sich also die Frage, welche Musikerinnen dann wichtig für sie sind. „Ich liebe die Musik von Stina Nordenstam, einer schwedischen Sängerin und Songwriterin, außerdem von Nina Simone und PJ Harvey. Als Kind habe ich auch gerne Whitney Houston, Toni Braxton und die Spice Girls gehört. Aber inwieweit das mein kreatives Schaffen beeinflusst hat, kann ich nicht sagen.“

29. Mai 2014

CD-Sampler

ANATHEMA - The Lost Song Part 3 (5:16) 
Album: Distant Satellites (2014)
LABEL/VERTRIEB: KSCOPE/EDEL
WWW.ANATHEMA.WS

24. April 2014

Krautrock , Electric Orange , Sankt Otten

Keiner hat eine genaue Definition, aber alle wissen, was gemeint ist, wenn von Krautrock die Rede ist. „Krautrock ist keine Musikrichtung, sondern eine Bezeichnung für eine Phase: 1969 bis 1974“, erklärt Dirk Jan Müller von der Band Electric Orange. „Krautrock kann alles sein. Am spannendsten war er, wenn er nicht angloamerikanisch geprägt war.“ Genau diese Eigenständigkeit verkörpern Bands wie Faust, CAN, Amon Düül II, Popol Vuh, Guru Guru oder Kraan, die eine für hiesige Verhältnisse unbekannte kreative Unbekümmertheit an den Tag legten. Tom Redecker von The Perc Meets The Hidden Gentleman bezeichnet Krautrock als „den einzigen Beitrag Deutschlands zum weltweiten Phänomen der Rockmusik“. Freilich, Krautrock ist breitgefächert: Elektronik von Kraftwerk oder Tangerine Dream; Artrock von Eloy, Jane oder Grobschnitt; anarchistischer Folk von Witthüser & Westrupp.

24. April 2014

Tangerine Dream

Wien, einer der ersten Frühlingstage nach einem milden Winter. In einem altehrwürdigen Café auf dem Ring sitzt der Mann, der vor vierzig Jahren mit „Phaedra“ die Musikgeschichte auf den Kopf gestellt hat. Die Jahre haben ihre Spuren im Gesicht von Edgar Froese hinterlassen, seine unbändige Lust am Fabulieren, Experimentieren und Provozieren hat jedoch keinen Schaden genommen. Musik war und ist für ihn niemals Selbstzweck. Froese will den Dingen auf den Grund gehen und alles in einen großen Weltzusammenhang stellen. Links und rechts von seinem Tisch palavern Diplomaten und Wirtschaftsmagnaten über die Zukunft Europas, Froese indes lässt den Blick unsentimental in Vergangenheit und Zukunft schweifen, um gut gelaunt über ein großes Abenteuer zu plaudern.

eclipsed: „Phaedra“ ist ein Album, das in jeder Lebenssituation, Umgebung oder Ära neu Form und Gestalt annimmt. Wie entsteht eine solche Platte?

24. April 2014

Led Zeppelin

Vor allem war es purer Sex. Neben Jimmy Pages allgegenwärtiger Gitarre und dem urgewaltigen Schlagzeug John Bonhams schien er die treibende Kraft im Kosmos von Led Zeppelin zu sein. Ihr hochpotenter und vor Energie pulsierender Hardrock wirkte auf das Publikum der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre wie ein dauererigierter Penis. Und nicht wie ein kleiner. Die Jungs waren neidisch, die Mädels erschauderten, fielen in Ohnmacht oder jauchzten – je nach Temperament und moralischer Disposition. Es war aufregend.

24. April 2014

Santana

Nach dem kreativen Paukenschlag „Caravanserei“ kam es 1972 zur endgültigen Trennung des klassischen Santana-Line-up. Wobei Carlos Santana weder der Typ ist, der irgendetwas bedauert, noch künstlerische Differenzen aufs Private ausdehnt. So hat er über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen einstigen Weggefährten gepflegt: Wo immer er auf frühere Mitglieder seiner Band traf, umarmte er sie herzlich, plauschte mit ihnen und lud sie zu einem gemeinsamen Jam ein. Trotzdem hat es über vierzig Jahre gedauert, ehe sich alle Beteiligten an einen Tisch gesetzt und über neue gemeinsame Projekte sinniert haben.

24. April 2014

Ian Anderson , Jethro Tull

Zum dritten und definitiv letzten Mal nach den beiden „Thick As A Brick“-Alben lässt Ian Anderson mit „Homo Erraticus“ (Review in eclipsed 4/2014) sein Alter Ego Gerald Bostock zu Wort kommen. Dieser bezieht dabei wieder Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Warum ihn derzeit besonders das Thema Migration bzw. Immigration umtreibt, erzählt der Jethro-Tull-Chef im eclipsed-Interview.

eclipsed: Ist „Homo Erraticus“ dein bislang politischstes Album?

24. April 2014

Jack Bruce

Jack Bruce hat ein Spätwerk vorgelegt, das unterstreicht, warum der Schotte zu den größten Bassisten und Sängern der Musikgeschichte zählt. „Silver Rails“ pendelt locker zwischen Hardrock, Blues und Jazz und strotzt vor Energie. eclipsed hat den 70-Jährigen auf seinem Landsitz im südenglischen Devon besucht.

eclipsed: „Silver Rails“ hat eine imposante Gästeliste, die auch Phil Manzanera und Robin Trower umfasst.

Jack Bruce: Stimmt. Mit Robin habe ich drei oder vier Alben in den Achtzigern gemacht. Das letzte war „Seven Moons“, ein wirklich gutes Bluesrockalbum. Mit Phil war ich vor ein paar Jahren auf Kuba, was wahnsinnig interessant war. Phil verbrachte ja seine Kindheit auf Kuba. Er war während der Revolution dort und musste mit seinen Eltern fliehen. Von daher war es sehr spannend, mit ihm an diesen Ort zurückzukehren und in Erinnerungen zu schwelgen.

eclipsed: Warum Uli Jon Roth und nicht Eric Clapton?