Damit hatte keiner gerechnet: dass Atomic Rooster, der ewige Geheimtipp unter den Bands mit der Hammondorgel an prominenter Stelle – wie The Nice, Procol Harum oder The Doors –, nach rund vier Dekaden Abstinenz wieder das Licht der Öffentlichkeit suchen würden. Und dazu mit dem bärenstarken Album „Circle The Sun“ und in QuintettBesetzung. Gitarrist Steve Bolton ist beim telefonisch geführten Interview jedenfalls stolz und glücklich über den Umstand, dass die „Roosters“ 2026 wieder im Geschäft sind.
Das Jahr 1976 gehörte ihnen, denn kaum jemand kam damals an Jane und den KaufrauschAlben „Fire, Water, Earth & Air“ und „Live At Home“ vorbei. Wir sprachen mit Manfred Wieczorke, der die LPs „Live At Home“ (1976), „Between Heaven And Hell“ (1977) und „Age Of Madness“ (1978) stark geprägt hat, und trafen die Zeitzeugen Rolf Vatteroth (Werner Nadolnys Jane) und Bernd Kunze, die damals beim Jane-Konzert am 13. August 1976 in Hannover aus dem Staunen nicht herauskamen, als Jane ihren künstlerischkommerziellen Durchbruch feiern konnten. Zudem würdigen wir den Ende Oktober verstorbenen langjährigen Jane-Gitarristen und Band-Mitgründer Klaus Hess.
Es war eine Prophezeiung, die sich erfüllen sollte: „Fire shine on me/show me the way to better days/Water cool me down/so that I can see the way...“, sangen Jane im Titelsong des im Februar 1976 veröffentlichten Albums „Fire, Water, Earth & Air“.
Nach fast fünf Jahren Funkstille kommt NMB, wie sich The Neal Morse Band seit 2021 nennt, unerwartet mit einem neuen Werk um die Ecke. Manch ein Fan hatte die Hoffnung darauf wohl schon fast begraben – hatte das prominenteste Gruppenmitglied den anderen doch bereits seinen Ausstieg angeboten…
Unser Versuch, mit Neal Morse über das neue NMB-Album „L.I.F.T.“ zu sprechen, gestaltet sich schwieriger als erwartet: Aufgrund eines schweren Schneesturms in Tennessee ist das Ex-Mastermind von Spock’s Beard zunächst nicht erreichbar. Nach ein paar Tagen kommt das Zoom-Interview doch noch zustande.
eclipsed: Wie ist die aktuelle Wetterlage bei euch?
„Themata“, „Sound Awake“, „Asymmetry“ – darauf belief sich lange der schmale, aber kraftvolle Katalog Karnivools. Nach knapp 13 Jahren Veröffentlichungspause kommt nun „In Verses“ hinzu. Das Album ist Rückbesinnung und Neuanfang zugleich.
Ian Kenny meldet sich aus einem Studio in Perth. Zwar lebt der Sänger drei Stunden entfernt, für die laufenden Proben kommen Karnivool aber nach wie vor in ihrer Heimatstadt zusammen. Die Räumlichkeiten mieten sie temporär, das eigene Hauptquartier stießen die Australier kurz nach Fertigstellung von „In Verses“ ab. „Es war an der Zeit“, konstatiert Kenny und gibt damit das Stichwort für den Interview-Einstieg.
eclipsed: Womit habt ihr euch seit „Asymmetry“ die Zeit vertrieben?
Als Leadsänger David Lee Roth 1985 Van Halen verließ, fürchteten viele Fans, dass dies das Ende der US-Hardrock-Institution sein könnte. Doch in Sammy Hagar fand sie letztlich einen ebenbürtigen, wenn auch völlig anders gearteten Ersatz. Das 1986 veröffentlichte Album „5150“, mit dem sich die Band musikalisch neu erfand, leitete eine ebenso erfolgreiche Ära wie die vorangegangene ein.
Der 26. Februar 1986 war gewissermaßen die offizielle Geburtsstunde der neuen Van Halen, die nun auch – zunächst oft noch verächtlich, im Laufe der Jahre aber zunehmend liebevoll – „Van Hagar“ genannt wurden: An diesem Tag wurde „Why Can’t This Be Love“, die erste Single der Hardrocker ohne den charismatischen David Lee Roth am Mikrofon, auf MTV und im Radio der Öffentlichkeit präsentiert.
20 Musiker, 11 reguläre Alben, 5 Grammys – die Karriere von Snarky Puppy wirkt wie ein gigantischer Fiebertraum. In über zwei Jahrzehnten hat sich die Jazzband zu einer etablierten Größe des Fusion entwickelt, vereint Funk mit progressiven und orchestralen Elementen. Auf „Somni“, der zweiten Zusammenarbeit mit dem Metropole Orkest, erforschen die Amerikaner um den Komponisten Michael League jetzt die Welt des Schlafes.
Januar 2025. Das Cabourg a Gogo in Utrecht platzt an drei Abenden aus allen Nähten. 70 Musiker, alle in Weiß gekleidet, stehen im Raum verteilt, dazwischen drängen sich Zuschauer. Hinzu kommen noch eine Handvoll Kameramänner und -frauen, ein Team aus Toningenieuren und ein Dirigent. Dort entsteht „Somni“, das aktuelle Album von Snarky Puppy. Unterstützt wird das texanische Fusion-Ensemble dabei von dem Metropole Orkest, einer Art alternativem Orchester aus Holland unter der Leitung des Briten Jules Buckley. Purer Maximalismus, quasi.
Den x-ten Frühling können viele. Mani Neumeier kann viel mehr. Ende der 60er Jahre gründete er Guru Guru und ist seitdem ununterbrochen aktiv. Eine Ikone des Krautrock ist er längst. Er gilt als erster Freejazz-Drummer Deutschlands. Ende 2025 feierte er seinen 85. Geburtstag. Trotz gesundheitlicher Probleme hängt er seine Musikkarriere nicht an den Nagel und macht immer weiter. „Solange die Knochen halten, werde ich weiterspielen“, so seine Maxime.
Niedeckens BAP sind eine Deutschrockinstitution. Dieses Jahr feiert Bandchef Wolfgang Niedecken gleich zwei Jubiläen: seinen 75. Geburtstag und ein halbes Jahrhundert BAP. 2026 kommt er zunächst solo mit dem Programm „Zwischen Start und Ziel“. Danach geht die komplette Band in der zweiten Jahreshälfte auf große Arenatour, „50 Jahre BAP - Die Zielgerade“. Genug Gründe, mit dem sympathischen Kölschen ein launiges Interview zu seinem Musikschaffen zu führen.
eclipsed: Lieber Wolfgang, du feierst Geburtstage, deinen und den von BAP, gerne auch öffentlich mit den Fans. Direkt an deinem Geburtstag am 30. März trittst du in Köln mit deinem Solo-Programm auf. Du bist sehr publikumsnah, könntest aber doch auch in aller Ruhe nur mit Familie feiern …