Jetzt haben sie schon über ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel – und noch immer wählen Lazuli nie den einfachen Weg: Die Südfranzosen stehen für delikat arrangierten Artpop mit Anspruch, Theatralik, ungewöhnlicher Instrumentierung und Gesang in ihrer Muttersprache. Kurz: Musik fernab jeder Oberflächlichkeit. Auch ihr zwölftes Studioalbum „Être et ne plus être“ strahlt scheinwerferhell durch die Schatten der Belanglosigkeit. Sänger Dominique Leonetti knipst für uns das Licht an.
Ist er der künftige Klassiker unter den Proggern? Auf seinem zweiten Soloalbum „Vox Occulta“ rückt der Frontmann von Leprous breitwandige Orchesterklänge ins Zentrum. Sein Anspruch: der „cineastischste Musiker des Progrock“ zu werden. Ein Gespräch mit dem norwegischen Sänger über Inspiration, Druck – und die glanzlosen Orte, an denen seine Songs entstehen.
Seit den Mittachtzigern haben sie sich rar gemacht. Doch jetzt, neun Jahre nach ihrem letzten Tonträger, melden sich Squeeze mit einem Paukenschlag zurück: „Trixies“ ist ein Konzeptalbum über einen fiktiven Nachtclub in Soho – mit allem, was dazugehört. Ein faszinierender, aber gefährlicher Mikrokosmos, den die Herren Difford und Tilbrook schon 1973 erträumten, aber erst nun richtig zum Leben erweckten.
Es gibt wenige deutschen Bands, die in den 1970er Jahren anfingen und deren Werk sich bis heute einer konstanten Zuwendung erfreut. Jane aus Hannover ist eine dieser prägenden Formationen im Spektrum zwischen Krautrock und Progressive Rock. Nach der Jane-Auflösung 1992 und einem Rechtsstreit gelang es den Musikern, mit den Nachfolgern Peter Pankas Jane und Klaus Hess’ Mother Jane den wertvollen Nachlass am Leben zu erhalten. Nach dem Tod von Schlagzeuger Peter Panka gründete Jane-Keyboarder Werner Nadolny 2007 dann die dritte Nachfolger-Formation. Werner Nadolnys Jane und die nun von Klaus Walz geleiteten Peter Pankas Jane pflegen auch im Jahr 2026 das gemeinsame Erbe. Während Peter Pankas Jane gerade dabei sind, ein neues Studioalbum aufzunehmen, gehen Werner Nadolnys Jane bald auf Jubiläumstour-Tour.
Unter den großen vier des Deutschrock – Grönemeyer, BAP, Westernhagen, Lindenberg – ist es vor allem der Bochumer, der im Laufe seiner bald 50-jährigen musikalischen Karriere die Grenzen seines Ausdrucks immer wieder neu gezogen hat, ohne jemals die Relevanz seiner textlichen Aussagen zu verwässern. Anlässlich Herbert Grönemeyers 70. Geburtstag werfen wir einen Blick zurück auf den Werdegang des deutschen Superstars.
„Phaedra“ hatte 1974 mit seinen immersiven Mellotron-Klangwolken, den hypnotischen Moog-Sequenzerläufen und weiteren psychedelischen Zutaten den typischen Berliner-Schule-Elektronik-Sound erstmals zur Reife gebracht. Auch international waren Tangerine Dream damit erfolgreich, gingen auf Tour durchs UK und improvisierten an den damals noch unzuverlässigen Synthesizern auf Teufel komm raus. „50 Years Of Phaedra: At The Barbican“ ist die aktuelle Live-Veröffentlichung, die dieses bahnbrechende Werk ehrt. Thorsten Quaeschning gibt Auskunft.
eclipsed: Warum habt ihr bei den „50 Years Of Phaedra“-Konzerten die Song-Reihenfolge genau umgekehrt?
Thorsten Quaeschning: Die Intention war, es konzertant runder zu formen. Ein Konzert setzt andere Situationen voraus als zu Hause ein Album zu hören.
Schon auf ihrem letzten Studioalbum, dem sinfonischen Konzeptwerk „The White Witch“, auf dem auch ältere Stücke neu interpretiert wurden, hatte die Retroprog-Band, bestehend aus Christina Booth, Robert Reed und Chris Fry, ein okkultes Thema gewählt. Das nagelneue Album „Tarot“ widmet sich nun den rätselhaften Wahrsagekarten. Der walisische Multiinstrumentalist und Bandchef Robert Reed gibt Auskunft über das neue Werk.
eclipsed: Wie seid ihr an das neue Studioalbum herangegangen?
Thomas Klarmann, Komponist und Keyboarder bei der deutschen „Canterbury“-Band Argos, ist Fan der Progrocker Fruupp, die in den 1970ern unter anderem als Support für Genesis und King Crimson wirkten. Besonders deren letztes Album „Modern Masquerades“ hat es ihm angetan. Produziert von Ian McDonald (King Crimson und Foreigner), war es um Klassen besser als seine drei Vorgänger. Nun hat es dazu beigetragen, dass Fruupp und Argos in einem Atemzug genannt werden können. Denn im Re-Release-Booklet von „Modern Masquerades“ wird eine fünfte Platte mit dem Titel „Doctor Wilde’s Twilight Adventure“ erwähnt, die wegen der Auflösung der Band nie zustande kam.