Völlig überraschend hatten Textures Ende 2017 nach dem Album „Phenotype“ (2016) ihre Auflösung bekannt gegeben. Es war ein Paukenschlag, der die Modern-Progmetal-Szene, die die Niederländer mit Alben wie „Drawing Circles“ (2006), „Silhouettes“ (2008) und „Dualism“ (2011) maßgeblich mitgeprägt hatten, wie aus heiterem Himmel traf. „Viele Bands haben uns später gesagt, dass wir sie inspiriert hätten: TesseracT, Periphery, Animals As Leaders oder VOLA…“, erzählt Daniël de Jongh. „Gojira, Architects, The Ocean… viele, die wir als Vorbands dabeihatten, spielen inzwischen in großen Hallen.“
Um ein Haar hätte es das siebte reguläre Studioalbum „Me And My Shadow“ der Schweizer Band Dirty Sound Magnet nicht gegeben: Zwei Wochen vor Beginn der Aufnahmen geriet Sänger und Gitarrist Stavros Dzodzos in eine lebensbedrohliche Situation. „In einem Club, den ich gut kenne, gab mir jemand eine kleine Flasche“, erzählt der Musiker. Er habe sie für ein Getränk gehalten. Ein fataler Irrtum: „Das war eine flüssige Droge, die man nur inhaliert. Das darf man nicht trinken, das ist supergefährlich. Ich kannte es nicht und habe es getrunken. Es war das Sechsfache der Dosis, die einen normalen Menschen tötet. Ich hatte ganz viel Glück.“
Aus North Carolina meldet sich Chris Hathcock, wo er daheim vor einem eisigen Wintersturm Schutz sucht. Harte Umstände betreffen aber nicht nur das Wetter in seiner Heimat, sondern auch seine Musik. „Ich schreibe, wenn ich Schmerzen verspüre!“ Dieser Satz fällt im Verlauf des Interviews mehr als einmal. „Please“ nennt sich das neue Album von The Reticent, das den Kampf um die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Und das autobiografisch ist. „Es gibt, wie ich finde, nicht genug Musik, die sich wirklich mit diesen Themen auseinandersetzt. Wenn ich Schmerzen habe, möchte ich Musik hören, die mit mir oder für mich schmerzt.“
Seit dem tragischen Tod David Longdons Ende 2021 ist Alberto Bravin bei Big Big Train zuständig für den Leadgesang. Gefühlt ist der Italiener immer noch „der Neue“ in der Band, obwohl er bei den Retroproggern mittlerweile die Zügel in der Hand hält: Auf dem jüngsten Album „Woodcut“ übernahm er auf Wunsch des Bandgründers Greg Spawton die Produktion und damit die Aufgabe, alle musikalischen Ideen sinnvoll zusammenzuführen. Ein Wahnsinnsjob im besten Wortsinn, bei dem Bravin es nicht immer jedem Bandmitglied recht machen konnte.
Interviews mit Big-Big-Train-Sänger Alberto Bravin enthüllen oft Überraschendes. Wie gewohnt in bester Laune stellte sich der 42-Jährige daheim in Triest unseren Fragen zum neuen Konzeptalbum der Band. So erfuhren wir, was ein Engländer und ein Italiener in einem Museum in Oslo ausheckten und was das neue Werk mit „Pinocchio“ verbindet.
Seit Mitte der 1960er Jahre ist Francis Rossi Kopf der legendären Boogie-Rock-Institution Status Quo. Dieser Tage bringt der Brite mit „The Accidental“ ein neues Soloalbum heraus, das die meisten seiner Fans ziemlich überraschen dürfte. Die Gründe dafür und warum es eher unwahrscheinlich ist, dass seine Hauptband noch einmal auf Tour geht, erklärte der Sänger und Gitarrist uns in einem exklusiven Gespräch.
eclipsed: „The Accidental“ ist großteils purer Old-School-Rock’n’Roll, mitunter aber auch sehr bluesig. Ein deutlich anderer Stil als auf deinen bisherigen Solo-Werken…
17 Jahre lang hatte die New Yorker Punk-Wave-Pop-Rock-Band, die in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern Hit an Hit reihte und zum Szene-Liebling avancierte, nichts von sich hören lassen. Doch dann gelingt Blondie 1999 ein unerwartet großes Comeback mit dem Album „No Exit“ und insbesondere der Single „Maria“. Nun veröffentlichen Debbie Harry (80) und Chris Stein (76) das Werk erneut und bereiten sich parallel auf das neue Studioalbum vor, das im Frühling folgen soll.
Mehr Eingängigkeit, weniger Komplexität: Einst galt die schwedische Band als große Hoffnung des extravaganten Progmetal, jetzt ist sie gradlinig und stolz darauf. Mit ihrem siebten Album „Reliance“ entwächst das Quintett endgültig seinen musikalischen Wurzeln. Dabei seien sie heute mehr denn je bei sich selbst angekommen, meinen Sänger Joel Ekelöf und Drummer Martin López.