2026 ist ein Grobschnitt-Jahr. Vor 50 Jahren veröffentlichte die Kult-Rockband eines der ersten progressiven Alben in deutscher Sprache: „Jumbo“. Zugleich wollen die drei Gründungsmitglieder Gitarrist Lupo, Drummer Eroc und Sänger Willi „Wildschwein“ auch ihr 55-jähriges Bandjubiläum feiern. Anstoßen kann man mit ihnen auf der JubiläumsKinofeier des „Solar Music Live“-Remixes am 11. April in Hagen. Wir haben die drei Musiker zu allen Feierlichkeiten befragt.
eclipsed: 1976 waren deutsche Texte im Rock und Prog immer noch die große Ausnahme. Warum seid ihr plötzlich auf deutschen Gesang gewechselt und habt „Jumbo“ sogar ein zweites Mal aufgenommen?
Willi: Die gleiche LP in zwei Sprachen aufzunehmen war eine Idee der Plattenfirma. Bis dahin hatten wir auf allen Alben immer nur auf Englisch gesungen. Der Reiz des Neuen überwog dann aber die anfängliche Skepsis.
Es gibt wenige deutschen Bands, die in den 1970er Jahren anfingen und deren Werk sich bis heute einer konstanten Zuwendung erfreut. Jane aus Hannover ist eine dieser prägenden Formationen im Spektrum zwischen Krautrock und Progressive Rock. Nach der Jane-Auflösung 1992 und einem Rechtsstreit gelang es den Musikern, mit den Nachfolgern Peter Pankas Jane und Klaus Hess’ Mother Jane den wertvollen Nachlass am Leben zu erhalten. Nach dem Tod von Schlagzeuger Peter Panka gründete Jane-Keyboarder Werner Nadolny 2007 dann die dritte Nachfolger-Formation. Werner Nadolnys Jane und die nun von Klaus Walz geleiteten Peter Pankas Jane pflegen auch im Jahr 2026 das gemeinsame Erbe. Während Peter Pankas Jane gerade dabei sind, ein neues Studioalbum aufzunehmen, gehen Werner Nadolnys Jane bald auf Jubiläumstour-Tour.
Das Jahr 1976 gehörte ihnen, denn kaum jemand kam damals an Jane und den KaufrauschAlben „Fire, Water, Earth & Air“ und „Live At Home“ vorbei. Wir sprachen mit Manfred Wieczorke, der die LPs „Live At Home“ (1976), „Between Heaven And Hell“ (1977) und „Age Of Madness“ (1978) stark geprägt hat, und trafen die Zeitzeugen Rolf Vatteroth (Werner Nadolnys Jane) und Bernd Kunze, die damals beim Jane-Konzert am 13. August 1976 in Hannover aus dem Staunen nicht herauskamen, als Jane ihren künstlerischkommerziellen Durchbruch feiern konnten. Zudem würdigen wir den Ende Oktober verstorbenen langjährigen Jane-Gitarristen und Band-Mitgründer Klaus Hess.
Es war eine Prophezeiung, die sich erfüllen sollte: „Fire shine on me/show me the way to better days/Water cool me down/so that I can see the way...“, sangen Jane im Titelsong des im Februar 1976 veröffentlichten Albums „Fire, Water, Earth & Air“.
Den x-ten Frühling können viele. Mani Neumeier kann viel mehr. Ende der 60er Jahre gründete er Guru Guru und ist seitdem ununterbrochen aktiv. Eine Ikone des Krautrock ist er längst. Er gilt als erster Freejazz-Drummer Deutschlands. Ende 2025 feierte er seinen 85. Geburtstag. Trotz gesundheitlicher Probleme hängt er seine Musikkarriere nicht an den Nagel und macht immer weiter. „Solange die Knochen halten, werde ich weiterspielen“, so seine Maxime.
Der Engländer Colin Orr befand sich Ende der 1960er-Jahre zum Studium der Agrarwissenschaft in Deutschland. Doch eigentlich wollte der damals gerade mal 20-Jährige professioneller Musiker werden. Deshalb gründete er 1971 in Krefeld zusammen mit vier Gleichaltrigen das Heavy-Progressive-Rock-Quintett Janus, das sich live rasch einen Namen in der Szene machte. Bald wurde die in Köln ansässige Plattenfirma EMI auf die Band aufmerksam. Da man kurz zuvor das progressive Sublabel „Harvest“ gegründet hatte, waren die „jungen Wilden“ hier absolut richtig: Man wurde sich 1972 handelseinig, und die Formation nahm als erste in den EMI-eigenen Studios das Debüt „Gravedigger“ auf.
Seit Jahrzehnten sind Epitaph eine feste Größe im Rockgeschäft. Mit dem Album „Don’t Let The Gray Hair Fool You“ stellen sie erneut unter Beweis, dass sie nichts von ihrer Vitalität und Klasse eingebüßt haben. Im eclipsed-Interview sprach Frontmann Cliff Jackson über alte Zeiten, das neue Album und Zukunftspläne.
eclipsed: Cliff, du stammst aus Sheffield und hast 1969 die deutsch-britische Band Epitaph mitgegründet. Wie kamst du überhaupt nach Deutschland?
Cliff Jackson: Wie so viele Engländer habe ich hier in einer Coverband gespielt. Covern hieß damals, bluesorientierte englische Mucke wie Hendrix, Animals, Spencer Davis zu spielen. Anfangs, kann man sagen, klangen wir wie eine heavy Variante von Taste.
eclipsed: Im Winter 1969/70 seid ihr im angesagten Dortmunder Musikclub Fantasio als Epitaph durchgestartet. Wie lief das damals?
Es gibt Musiker, deren Tod der Endpunkt einer großen Laufbahn ist, und es gibt solche, mit deren Ableben eine Ära endet. Letzteres trifft zweifellos auf den japanischen Sänger Damo Suzuki zu. Am 9. Februar 2024 erlag er 74-jährig einem langjährigen Krebsleiden.
Damo Suzuki auf die Rolle eines Sängers zu reduzieren, würde allerdings viel zu kurz greifen. Er war eine Art Fabelwesen, ein Schlangenmensch, ein Zentaur, der mittels Bewegung und Körperchemie Laute hervorbrachte, für die der Ausdruck Gesang völlig unzureichend ist. Suzuki war zugleich Schamane und Erfinder, der mit seiner Seele ganze Hallen ausfüllen konnte. Er improvisierte nicht im klassischen Sinne, sondern erfasste spontan eine soziale und künstlerische Situation, um mit seinem vokalen Repertoire und seiner spirituellen Intuition unmittelbar darauf zu reagieren.
Fünf Jahre nach „Rotate“ haben Guru Guru ein neues Werk vorgelegt: „The Incredible Universe Of Guru Guru“ ist das 24. Studioalbum der in den späten 60er-Jahren gegründeten deutschen Rocklegende und beweist eindrucksvoll, dass der Begriff „Krautrock“ viel zu eng ist, um all die Dimensionen zu beschreiben, in die die Band um Schlagzeuger Mani Neumeier in über einem halben Jahrhundert vorgestoßen ist.
Jedes neue Album dieser Band ist eine Wundertüte, so auch „The Incredible Universe Of Guru Guru“. Jazz, Folk, Rock, Kraut, Klamauk – alles ist drin in diesem Werk, und für all dies stand und steht auch Mani Neumeier, dessen Karriere nun schon über sechs Jahrzehnte andauert. Auch neue, moderne Elemente finden sich auf dem Album, und mit dem ehemaligen Birth-Control-Keyboarder Zeus B. Held haben Guru Guru ein prominentes neues Mitglied, das einige Duftmarken gesetzt hat. Im Interview gab Mani Neumeier dazu bestens gelaunt Auskunft.
50 Jahre nach „2nd“ hatten wohl nur wenige mit einem weiteren Lebenszeichen jener Band gerechnet, die nach ihrer Auflösung 1974 und einer Reunion 1998 zuletzt 2011 das Livealbum „Shibuya Nights“ veröffentlicht hat. Ende November erschien nun ihr viertes reguläres Studioalbum „Momentum“, eingespielt von vier Musikern, die alle mindestens seit Ende 1973 zu Agitation Free gehören bzw. gehörten: Gitarrist und Gründungsmitglied Lutz „Lüül“ Graf-Ulbrich, der im Oktober 2017 verstorbene zweite Gitarrist Gustl Lütjens, Keyboarder Michael Hoenig und Schlagzeuger Burghard Rausch. Fünfter im Bunde ist seit 2012 Bassist Daniel „Danda“ Cordes. Im eclipsed-Interview sprachen die drei Hauptprotagonisten über die lange Entstehungsgeschichte des Albums.
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