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eclipsed Nr. 176 / 12-2015 - 1-2016

09. Dezember 2015

ROGER WATERS - „The Wall“ und ihr Schöpfer 2.0 Es war die absolute Reizüberflutung. Niemand, der eine der 219 Shows besuchte, konnte alles aufnehmen, was sich auf der Bühne abspielte. Ein Meer aus symbolträchtigen Bildern, eine Flut an Botschaften. Ein gegenüber 1980 komplett veränderter Roger Waters. Alles in beeindruckenden Szenen im neuen Film „Roger Waters The Wall“ dokumentiert. eclipsed sprach mit dem Pink-Floyd-Gründer über den Wandel von „The Wall“ und seiner selbst. THE BEATLES - Als die Töne laufen lernten Mit „1+“ ist jetzt eine überwältigende Sammlung der mit modernster Digitaltechnik restaurierten Musikvideos der Beatles erschienen. Die zwei DVDs beweisen einmal mehr, dass die Kreativität der Band weit über das Tonstudio hinausreichte. Ihr selbst auferlegtes Auftrittsverbot im Jahr 1966 zwang sie dazu, auf andere Weise mit ihren Fans in Verbindung zu treten. Sie tat dies in Form von kurzen Promofilmen und schuf damit ein neues Genre, das erst Jahre später seinen Siegeszug vollziehen würde: den Videoclip.

Propheten des Untergangs - GAZPACHO erzählen von einer Maschine, die das Universum zerstören könnte

26. November 2015

Das schummrige Licht im Backstage-Bereich der Zeche Carl in Essen passt bestens zur düsteren Atmosphäre, die das norwegische Quintett auf ihrem neuen Album erschaffen hat. Keyboarder und Hauptsongschreiber Thomas Anderson wirkt auf den ersten Blick wie das genaue Gegenteil zur dunklen Kunst Gazpachos: ein blonder Sonnyboy mit einem einnehmenden, freundlichen Wesen. Doch in dem Moment, wo er über „Molok“ zu sprechen beginnt, merkt man in jedem Wort die Ernsthaftigkeit, mit der er und Sänger Jan Henrik Ohme an das Konzept herangegangen sind: „Jeder Mensch, sicherlich auch du, hat sich schon Fragen über die Existenz, den Tod, das Jenseits gestellt. Warum sind wir hier? Was ist unsere Aufgabe auf Erden? Um nicht weniger geht es auf ‚Molok‘, um diese existenziellen Fragen.“

GAZPACHO „Molok“

19. Oktober 2015

Um verwegene Konzepte war das norwegische Quintett Gazpacho noch nie verlegen. 2014 erzählte es auf „Demon“ die angeblich wahre Geschichte eines jahrhundertealten Manuskripts, mit dem man das Böse evozieren könne. Auf „Molok“ geht es nun um einen Mann, der 1920 eine Maschine baut, mit der es unter Zuhilfenahme der Mathematik gelingen soll, zum Ursprung der Menschheit, ergo zu Gott zu gelangen.

eclipsed Nr. 160 / 5-2014

09. September 2014

LED ZEPPELIN Whole Lotta Phallus Vor allem war es purer Sex. Neben Jimmy Pages allgegenwärtiger Gitarre und dem urgewaltigen Schlagzeug John Bonhams schien er die treibende Kraft im Kosmos von Led Zeppelin zu sein. Ihr hochpotenter und vor Energie pulsierender Hardrock wirkte auf das Publikum der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahre wie ein dauererigierter Penis. CARLOS SANTANA Nummer 4 lebt! Nach dem kreativen Paukenschlag „Caravanserei“ kam es 1972 zur endgültigen Trennung des klassischen Santana-Line-up. Wobei Carlos Santana weder der Typ ist, der irgendetwas bedauert, noch künstlerische Differenzen aufs Private ausdehnt. So hat er über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen einstigen Weggefährten gepflegt: Wo immer er auf frühere Mitglieder seiner Band traf, umarmte er sie herzlich, plauschte mit ihnen und lud sie zu einem gemeinsamen Jam ein.

GAZPACHO - Dämonisches Prag

24. April 2014

Die Geschichte, die Thomas Anderson zum neuen Album erzählt, klingt aufregend und gruselig. Der Musiker erinnert an einen Märchenonkel, wenn er ansetzt, um uns in die Welt eines Dämons zu geleiten: „Mein Vater hat früher in Prag bei einer internationalen Firma gearbeitet. Dort hat man ihm die Geschichte eines Manuskripts erzählt, das in einer verlassenen Wohnung gefunden worden war: In diesem behauptet ein Mann, viele hundert Jahre alt zu sein und einen Dämon zu jagen, der auf der ganzen Welt sein Unwesen treibt. Es sei aber nicht irgendein Dämon, sondern die Verkörperung des Bösen schlechthin, das überall lauert. Und der Mann hat diesen Dämon gefunden. Kurz darauf ist er jedoch spurlos verschwunden und hinterließ nur dieses Manuskript.“

eclipsed Nr. 110 / 4-2009

10. April 2014

JIMI HENDRIX Have you ever been to Electric Ladyland…? Konzerte, Presse- und Fototermine, aufreibende Studio-Sessions, wachsende Spannungen zwischen den Musikern, Druck vom Management – trotz all dieser Faktoren stand im Herbst des Jahres 1968 ein neues Album der Jimi Hendrix Experience in den Läden: die legendäre Doppel-LP „Electric Ladyland“, die dritte und letzte Einspielung des Trios. Bis es soweit war, hatten Hendrix, Bassist Noel Redding und Schlagzeuger Mitch Mitchell einen langen, steinigen und berauschten Weg zurückgelegt. QUEENSRŸCHE Zurück an die Front Drei Jahre nach dem heiß diskutierten zweiten Teil von „Operation: Mindcrime“ legen Queensrÿche ein weiteres Konzeptalbum vor, das für jede Menge Gesprächstoff sorgen wird. Immerhin thematisiert „American Soldier“ die US-Kampfeinsätze seit dem Zweiten Weltkrieg – aus der Sicht des einfachen GIs. Die Initialzündung dafür lieferte Geoff Tates Vater, der nach Jahrzehnten des Schweigens erstmals über seine Erlebnisse in Korea und Vietnam berichtete.