Aktuelles Heft

26. November 2018

Marianne Faithfull

MARIANNE FAITHFULL hat als Musikerin alles er- und überlebt

Wehe dem, der es wagt, Marianne Faithfull bei ihrem Nachmittagsschläfchen zu stören. Da helfen selbst teure Blumen als Mitbringsel nichts. Madame öffnet die Tür zu ihrem Pariser Apartment in Morgenmantel, Pyjama und Hausschuhen, ist angeschlagen von einer fibrösen Erkältung und blafft ihren Besuch erst einmal an: „Okay, das muss jetzt schnell gehen. Ich bin krank und will wieder ins Bett.“ Sie ist tatsächlich nicht gut beieinander: wirres Haar, gerötete Haut, Schweiß auf der Stirn. Sie kann nur mühsam gehen und hustet ständig. Zudem fühlt sich die Faithfull in ihrer Privatsphäre gestört. Das Chaos in ihrer mondänen Wohnung im 6. Arrondissement ist ihr sichtlich peinlich. Überall Wäsche, Essensreste, welke Blumen. Es müffelt nach Medizin. Warum sie den Termin nicht abgesagt hat? „Weil ich die PR brauche. Ich erreiche mein Publikum durch Typen wie Sie. Also bringen wir es hinter uns.“

26. November 2018

The Tangent

THE TANGENT senden mit einer Schachfigur eine gesellschaftspolitische Botschaft an ihre Fans

The Tangent hatten ihre letzte Studioarbeit „The Slow Rust Of Forgotten Machinery“ ebenso wie die Vorgängerplatten jenseits von Zeit und Raum angesiedelt. Allerdings nur musikalisch. Wer sich die Texte von Mastermind Andy Tillison anhörte, dem wurde klar, dass die Formation in der Realität angekommen war und deutlich kritische Töne anschlug. Mit ihrer aktuellen Veröffentlichung „Proxy“ wollte das Supergroup-Projekt aber nicht wieder als Mahner auftreten. Eine Abgrenzung, die dem Quintett nicht wirklich gelungen ist. Zu sehr fühlt sich Tillison verschiedenen tagesaktuellen Themen verpflichtet, will unbedingt darüber schreiben. Zwar ruft der 59-Jährige seine Hörerschaft nicht mehr dazu auf, auf die Barrikaden zu gehen, um ein besseres Leben einzufordern. Aber er will nach wie vor, dass „wir alle zusammen diesen Planeten, auf dem wir leben, heil bekommen und positiv gestalten“.

20. November 2018

CD-Sampler

19. November 2018

Riverside

RIVERSIDE - Der neue Dreiklang

Am 21. Februar 2016 schien das Ende von Riverside besiegelt. An diesem Tag verstarb völlig unerwartet Gitarrist Piotr Grudziński. Der 40-jährige Publikumsliebling hatte mit seinen lyrischen Melodien großen Anteil am Erfolg der Band. Die Gruppe ohne ihn fortzuführen schien nicht möglich. Zweieinhalb Jahre später sind Riverside nicht mehr dieselbe Band. Mit ihrem neuen Album „Wasteland“ haben sich als Trio neu erfunden. Mariusz Duda, Michał Łapaj und Piotr Kozieradzki sind bereit, ihre Geschichte fortzuschreiben. Es ist nicht weniger als die Wiedergeburt einer der wichtigsten zeitgenössischen Bands der Szene.

19. November 2018

Insideout

25 JAHRE INSIDEOUT - Vom Minilabel zum Global Player

Mit der Veröffentlichung von David Cross’ „Testing To Destruction“ begann die Erfolgsgeschichte des Proglabels InsideOut. Thomas Waber und Michael Schmitz gründeten im nordrhein-westfälischen Kleve die Plattenfirma, die zu einem bedeutenden internationalen Player unter dem Dach von Sony geworden ist. Waber ist immer noch mit viel Herzblut dabei und gibt als Chef die Richtung vor. Dabei denkt er nach wie vor zuerst an die Künstler.

19. November 2018

Haken

HAKEN - Auf Erfolg konditioniert

In den gut zehn Jahren ihres Bestehens haben sich Haken zielsicher an die Spitze der Progmetalszene vorgekämpft und mit Alben wie „Visions“ oder „The Mountain“ wahre Klassiker abgeliefert. Mit dem Konzertmitschnitt „L-1VE“ zog die Gruppe zuletzt eine eindrucksvolle Bilanz ihres bisherigen Schaffens. Jetzt wollen die vier Briten, der Mexikaner und der US-Amerikaner mit dem fünften Studioalbum „Vector“ erneut voll durchstarten.

09. November 2018

Flares , Trackpremiere

Hört hier einen taufrischen Track der deutschen Post Rock/Prog-Band FLARES, von ihrem aktuellen Album "Allegorhythms"...

01. November 2018

Rick Wakeman , Yes

RICK WAKEMAN - Odyssee im Klangraum

Denkt man an Rick Wakeman, kommt einem sofort der Synthesizer in den Sinn. Zu tief sind die Spuren, die der berühmte Musiker mit diesem elektronischen Kraftpaket in der Rockgeschichte hinterlassen hat. Als Klanghexer von Yes, aber auch als Solokünstler, der großformatige Werke für Sinfonieorchester und Chor erschaffen hat. Nun hat er mit „Piano Odyssey“ mal wieder ein ruhiges Album eingespielt, das ihn am Konzertflügel zeigt.

Von Rick Wakemans an die hundert Soloeinspielungen sind es vor allem die frühen Alben „The Six Wives Of Henry VIII“, „Journey To The Centre Of The Earth“ und „The Myths And Legends Of King Arthur And The Knights Of The Round Table“, die Rock- und Progfans im Gedächtnis geblieben sind. Diese etablierten ihn als Rauschegoldengel auf den Zinnen seiner Synthesizerburgen. Doch der 69-jährige Engländer hat auch immer wieder die natürlichen Klänge des Klaviers ins Zentrum gestellt, so wie für die aktuelle Einspielung „Piano Odyssey“, einem Nachschlag zu dem in Großbritannien sehr erfolgreichen „Piano Portraits“ von 2017. An einem Steinwayflügel intoniert er Stücke von Yes, David Bowie, den Beatles und Queen sowie eigene Kompositionen.