Aktuelles Heft

10. Dezember 2025

Steve Morse

Nach 16 Jahren Pause hat STEVE MORSE seine Band reaktiviert

„Triangulation“ heißt das Comeback-Album der Steve Morse Band. Erstmals seit 2009 frönt der 71-jährige Gitarrist darauf wieder gemeinsam mit seinen Kollegen Dave La-Rue (Bass) und Van Romaine (Schlagzeug), unterstützt von exquisiten Gästen, der instrumentalen Freiheit. Ein für ihn wichtiger Schritt nach einer schweren Zeit.

eclipsed: Steve, du kehrst gerade von einer Tour mit deiner Band zurück. Wie war’s?

Steve Morse: Es hat Spaß gemacht. Es war das erste Mal, dass ich einen zusätzlichen Musiker mit auf Tour hatte, Angel Vivaldi an der Gitarre. So konnten wir beispielsweise die beiden Duette mit Eric Johnson und John Petrucci vom neuen Album integrieren. Angels Soli orientierten sich stilistisch an den beiden, er kopierte sie aber nicht, sondern spielte seine eigenen.

eclipsed: Wurden die Duette eigens für die beiden Gitarristen geschrieben?

10. Dezember 2025

Gazpacho

GAZPACHO erkunden die Macht des Schicksals

Fragt man Musiker nach den Gründen für eine unverhältnismäßig lange Pause zwischen der Veröffentlichung ihrer Alben, so bekommt man meist zur Antwort, man habe mal eine Pause gebraucht, Covid sei dazwischengekommen oder die Tour sei zu lang und kraftraubend gewesen. Nicht so bei Gazpacho, deren letztes Album „Fireworker“ ganze fünf Jahre zurückliegt. An eine Tour war wegen der Pandemie nicht zu denken, sodass man eines jener Live-Konzerte ohne Publikum inszenierte, an dessen Abmischung man dann sehr lange gesessen hat. Doch der Hauptgrund für die Pause war ein anderer: „Wir haben ein anderes Album komponiert als das, was du jetzt in Händen hältst“, erklärt Keyboarder und Mastermind Thomas Andersen. „Es ging darum, dass ein Asteroid auf die Erde krachen wird, und darum, was die Menschen dann mit ihrer verbleibenden Zeit anstellen. Mit dem Ergebnis, dass niemand sein Verhalten groß ändert.

10. Dezember 2025

Kadavar

Nach dem farbenfrohen „I Just Want To Be A Sound” geben sich KADAVAR wieder düsterer

Auf ihrem neuen Album „Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“ geht es um die Zerstörung der Welt. Nicht zuletzt, weil man eher zum Low-Fi-Sound der Anfangstage zurückgekehrt ist, klingt es brachialer, finsterer, urtümlicher als der Vorgänger. Keine Sorge, neu gewonnene Hörer zu verschrecken? „Nein, warum?“, fragt Gitarrist und Sänger Christoph „Lupus“ Lindemann zurück. „Die meisten Songs sind für das letzte Album entstanden und gehören genauso zu dem Zyklus wie die auf ‚I Just Want To Be A Sound‘. Inhaltlich ist es ein anderes Thema, eher eine Beobachtung der Zerstörung unserer Welt, während es beim Vorgänger mehr um unseren Kampf mit uns selbst ging. Ich denke aber, man kann immer noch den Einfluss des letzten Albums hören. Vielleicht ist es etwas dreckiger und bedrohlicher, aber sonst ähnlich und nicht allzu weit davon entfernt.“ 

28. November 2025

Midlake

MIDLAKE ergründen Existenzielles und bauen Brücken

Es gibt ein Leben nach dem Tod. Als Frontmann Tim Smith einst Midlake verließ, hatte man die Band bereits abgeschrieben. Aber statt sie aufzugeben, trat Gitarrist Eric Pulido an dessen Stelle und führte sie vom psychedelischen Folk zu neuen – rockigeren – Ufern. Jetzt erscheint mit „A Bridge To Far“ ein neues Album der Texaner.

Als wir Pulido erreichen, sitzt er am Tresen der Paschall Bar. Die Kneipe in Denton, Texas, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Fast erwartet man, Sheriffs, Cowboys und Cherokees an seiner Seite zu sehen. Aber die Tage des Wilden Westens sind längst vorbei. Trotzdem bemühen sich Pulido und seine Bandkollegen darum, das historische Flair der Bar zu bewahren, die sie vor einigen Jahren gekauft haben. Eine Philosophie, die auch zur Musik des Sextetts passt, zum rustikalen Folk, der sich einer verspielten Authentizität hingibt. „Wir singen nicht von Handys und solchen Dingen“, sagt Pulido.

28. November 2025

Poor Genetic Material , Coarbegh

POOR GENETIC MATERIAL erforschen weiter ihren innersten Kern

Mit „Pastoral“ ist Poor Genetic Material eines ihrer bisher besten Alben gelungen, voller Emotionen, Wärme und von großer kompositorischer Reife. Spielt dabei das 2023 von ihnen entdeckte Kleingruppenformat eine Rolle? Philipp Jaehne (keys), Stefan Glomb (g, b), Pia Darmstädter (fl) und Philip Griffiths (voc) gaben nicht nur dazu erhellende Antworten.

eclipsed: Ihr seid wahlweise in Groß- oder Kleinbesetzung unterwegs: als achtköpfiges Ensemble oder im Trio bzw. Quartett. Diesmal war es wieder das Kammerformat.

28. November 2025

Piledriver

Bei PILEDRIVER klingt vieles wie gewohnt, doch manches ist neu

Mit ihrem fünften Studioalbum emanzipieren sich die in den 1990ern in Essen als Status-Quo-Tributeband gegründeten Piledriver endgültig vom Sound ihrer Idole. Wir sprachen mit Mastermind Michael Sommerhoff über „First Nations Rock“.

eclipsed: Michael, als Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber bist du prädestiniert, den Leuten zu erklären, was sie auf eurem neuen Werk erwartet.

Michael Sommerhoff: Es ist ein klassisches Hardrockalbum. Der Titel ist als Synonym für Ursprünglichkeit, Unvergänglichkeit, Bodenständigkeit und Authentizität gedacht. Als er feststand, habe ich unserem Artworkdesigner gesagt, wir bräuchten dafür ein Motiv, das diese Aspekte symbolisiert. Mit den in Stein gemeißelten Gitarren nebst Verstärkern auf einer Bergkuppe hat er vollumfänglich abgeliefert.

eclipsed: Wo siehst du die Hauptunterschiede zum Vorgänger „Rockwall“ von vor immerhin schon sieben Jahren?

28. November 2025

Flaming Row , Melanie Mau & Martin Schnella

Beim neuen FLAMING ROW - Album schlägt ein Fan- und ein Mutterherz höher

Mit „Keeper Of The Scriptures“ haben Flaming Row eine Fantasygeschichte in Musik umgesetzt. Insgesamt gab es 31 Gastmusiker, darunter einige, über die sich Melanie Mau und Martin Schnella ganz besonders freuten.

eclipsed: Wann begann die Arbeit an dem Album?

Martin Schnella: Die Ideen sammeln sich über eine lange Zeit an. Der Plan war, dass wir mal wieder ein Album mit einer härteren Gangart kreieren. Ich habe angefangen, erste Ideen aufzuschreiben. Melli sagte dann: „Wie wäre es, wenn wir unseren guten Freund Christian Dolle bitten, das textliche Grundkonzept zu schreiben?“ Das war noch in der Coronazeit.

Melanie Mau: Man darf sich das aber nicht so vorstellen, dass wir ständig daran gearbeitet haben. Man braucht ja zunächst mal eine Geschichte. Die Idee haben Chris und ich zusammen entwickelt, dann hat er erst mal geschrieben. Bis das erste Grundkonzept gestanden hat, hat es fast zwei Jahre gedauert.

28. November 2025

Pink Floyd , Pink Floyd Cover , Echoes , Pulse

Nach der Trennung von echoes kommen PULSE auf „Acoustic“-Tour

Echoes waren die erfolgreichste deutsche Pink-Floyd-Tributeband. Anfang 2024 trennten sich nach fast 22 Jahren die Wege der Musiker: Sänger/Gitarrist Oliver Hartmann und Bassist Martin Hofmann sowie Keyboarder Markus Nanz, Saxofonist Michael Unger und zwei Backgroundsängerinnen machen seitdem unter dem Namen PULSE ihr eigenes Floyd-Ding. Derzeit touren sie, für Januar 2026 ist die „Acoustic Side Of Moon“-Tour angekündigt. Wir befragten Oliver Hartmann und Martin Hofmann zu Vorgeschichte und Zukunft.

eclipsed: Wie kam es zum Split bei echoes?