Vibravoid sind eine Institution in Sachen Psychedelic Rock. Sie stehen seit 35 Jahren als legitime Vertreter in der Tradition der ersten europäischen Psychedelic-Szene, die von Düsseldorf aus ihren Anfang nahm. Mit „Remove The Ties“ haben sie nun einen Meilenstein in ihrer langen Bandkarriere vorgelegt. Der „Doktor“ Christian Koch, Mastermind, Sänger und Gitarrist von Vibravoid, gibt Auskunft über musikalische Bewusstseinserweiterung anno 2025.
Syd Barrett ist auf einem LSD-Trip hängen geblieben und zum Madman geworden. Das israelische Multitalent Asaf Avidan hat sich dagegen in den Wahnsinn meditiert. Jetzt liefert der 45-Jährige den Soundtrack dazu: den Klang des Nichts. Der fällt ziemlich opulent aus – „Unfurl“ ist die „Carmina Burana“ der Indie-Rockmusik.
Ein sonniger Freitagmorgen in der Nähe von Bordeaux: Asaf Avidan empfängt in seinem Domizil in einer alten Wassermühle – einem historischen Gemäuer mit Bach und 16 Hektar Wald. Dort versucht der Exil-Israeli zu erklären, was eigentlich nicht erklärbar ist: seine Erlebnisse der letzten Jahre – und sein sechstes Soloalbum.
eclipsed: Asaf, „Unfurl“ basiert angeblich auf Meditation, Therapie und Traumdeutung. Meinst du das ernst?
Es gibt Bands, die zwar nicht zu den Topsellern und Chart-Stürmern gehören, dafür aber umso einflussreicher sind. Die deutsche Band CAN zählt dazu, ebenso die amerikanischen Sparks. In diese Kategorie gehört auch das Trio Hüsker Dü, ohne das die Musikwelt heute wahrscheinlich eine ganz andere wäre.
Rund zwanzig Jahre ist es her, dass Oliver Wenzler unter dem Namen Progressive Promotion sein erstes Konzert organisierte: „Ich war davor schon intensiv in der Szene unterwegs. Ich war im Streetteam von Porcupine Tree. Dann habe ich Riverside entdeckt. Irgendwann war es mir aber zu blöd, ständig den Bands hinterherzureisen. Da habe ich mir gesagt: ‚Ich veranstalte jetzt selbst Konzerte.‘ Die erste Band, die ich geholt habe, war natürlich Riverside. Die war damals noch nicht so bekannt. Die Hütte war ausverkauft, und ich dachte mir: ‚Toll, ich bin ein super Konzertveranstalter!‘“ Eine Vielzahl weiterer Konzerte sollte folgen. „Ich habe die Konzerte quasi für mich gemacht. Natürlich musste man Eintritt zahlen, damit man die Kosten decken konnte. Später im Rind [Kulturzentrum in Rüsselsheim, Anm.] hat Florian Haupt das dann übernommen, und ich habe nur noch die Bands gebucht und mich um die Organisation gekümmert.“
Es ist das Ende einer Ära. Auf „The World Under Unsun“ bringt Mariusz Duda Lunatic Soul zu einem krönenden Abschluss, mit einem majestätischen, 90-minütigen Doppelalbum, das alles vereint, was den dunkel schillernden Artpop des Riverside- Bassisten auszeichnet.
Wir erreichen Mariusz Duda an seinem 50. Geburtstag. Entsprechend gut ist seine Laune, er wirkt gelöst und glücklich. Dabei entstand sein aktuelles Werk in schwierigen Zeiten, in denen der Songwriter mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen hatte. Ein Gespräch über Abschlüsse, neue Anfänge – und Videospiele.
eclipsed: Hallo Mariusz, „The World Under Unsun“ heißt das neue Album von Lunatic Soul. Die Welt in ständiger Sonnenfinsternis — ganz schön bedrohlich, was?
Als Laura Cox vor über zehn Jahren professionelle Musikerin wurde, war sie viel stärker im traditionellen Bluesrock ange siedelt als heute. Auf ihrem dritten Soloalbum „Trouble Coming“ – dem vierten inklusive ihres Debüts „Hard Blues Shot“ mit der Laura Cox Band – spielt sie sich mit ihrer Gibson Les Paul nicht nur sehr versiert durch ein breit gefächertes Repertoire, das gar Indierock und eine Akustikballade umfasst. Sie singt auch beseelter als je zuvor.
Mit „A Tribute To LJK“ verneigt sich Eric Gales vor seinem 2002 verstorbenen Bruder Manuel „Little Jimmy King“ Gales. Im Gespräch mit eclipsed berichtet er von der großen persönlichen Bedeutung des Albums, den prägenden Einflüssen durch Albert King und davon, wie seine Kumpels Joe Bonamassa, Josh Smith und weitere Gäste das Projekt bereicherten.
eclipsed: Eric, „A Tribute To LJK“ ist eine Verneigung vor dem Werk deines 2002 verstorbenen Bruders Manuel Gales, den viele als „Little Jimmy King“ kannten. Wie kam dieses sehr persönliche Projekt zustande?
Eric Gales: Die Idee zu dem Album hatte ich schon lange. Jetzt musste ich sie einfach umsetzen. Es fühlte sich richtig an, und ich bin sehr froh, wie stark das Album geworden ist.
eclipsed: Dein Bruder spielte in den Achtzigern in der Band von Albert King. Wie sehr hat Albert deinen Bruder und dich beeinflusst?
35 Jahre, 15 Studioalben – Amorphis sind aus der Welt des dunkel eingefärbten Heavy Metal nicht mehr wegzudenken. Vom Death Metal ihrer frühen Tage haben sich die Finnen aber mittlerweile weit entfernt. Ihr aktuelles Album „Borderland“ fällt gar noch ein Stückchen zugänglicher als die letzten Alben aus. Wir sprachen darüber mit dem Gitarristen Tomi Koivusaari.
eclipsed: „Borderland“ ist euer erstes Album mit dem Produzenten Jacob Hansen. Wie kamt ihr auf ihn?
Tomi Koivusaari: Wir hatten viel Gutes über ihn gehört, und sein Name war früher schon mal im Gespräch, aber wir hatten ihn nie persönlich kennengelernt. Ach so, und ich besaß ein Demotape seiner Band Invocator, 1989 oder so war das. (lacht) Wir gingen also nach Dänemark und konnten uns dort wirklich auf die Arbeit konzentrieren. Es ist ein kleines Dorf, und das Studio befindet sich in einem sehr alten Haus. Es hat sich perfekt geeignet!